;s6 Glauben.
Aumentum non apparentium. Durch diese wenigenWorte bezeichnet er uns, mit dem stärksten Nachdrucke,die Hoheit der Gegenstände des Glaubens , die Belohnun-gen des Glaubens, und die siegreichen Beweggründe, welcheunfern Verstand dem Glauben unterwerfen sollen. Die Ge,genstände des Glaubens sind jene großen Wahrheiten, welcheden Stoff der Glaubenslehre in der Kirche ausmachen. DieBelohnungen des Glaubens sind, schon in dieser Welt, dieHerzhaftigkeit und Entschlossenheit, womit man auf denWegen wandelt, die unfehlbar zu Gotte führen. Die sieg»reichen Beweggründe, welche unfern Verstand dem Glau-ben unterwerfen, sind jene überzeugenden Beweise, daß Gottjene großen Wahrheiten gecffenbart habe.
Vermöge dieser erhabenen Begriffe bestimmen die christ-lichen Lehrer den Glauben: eine Gabe Gottes, durch welchewir mit einer unverbrüchlichen Standhaftigkeit die Wahrhei-ten glauben, die er geoffenbaret hat, und die in den gött-lichen Büchern enthalten sind, und von der Kirche gelehretwerden.
Der Glauben ist eine Gabe Gottes, weil die Menschennicht zu Gotte gelangen können, wenn nicht er selbsten ihrenVerstand beleuchtet, und ihre Herzen durch seine Gnade zu,bereitet; und deßhalben saget Jesus Christus: „ Niemand„ kann zu mir gelangen, wenn er nicht von meinem Vater„ geleitet wird „. ^ ^lemo poteli venire gck me, niü?ater, czui miüt ms, trsxerit eum. Er heißt uns miteiner unverbrüchlichen Standhaftigkeit glauben: denn, weilGott, der die Wahrheit selbsten, und der Ursprung allerWahrheit ist, jene Gegenstände unserm Glauben selber ver-trägt , so gilt sein Ansehen und sein Wort so viel, als die
große.
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