552
XVII.
Glauben.
Al US allen Punkten, welche zur Religion gehören, ist ken^ ner, an welchem sich die rapfern Helden des Unglaubensmit mehr Vergnügen wetzen, und welchen sie mit mehr Herz«Hastigkeit anfechten, als der Glauben. Der Glauben istder große Gegenwurf, bald ihres Unwillens, bald ihrerVerachtung, bald ihrer Spotkreden, bald ihrer Wuch. Al-les , was seichte Gemüther hintergeßen, Unwissende überra-schen, Freydenker lustig machen kann, ist der Inhalt ihrerStrafteden, ihrer Trugschlüsse, und aller jener Gottlosigkei,ten und GottkSlästrungen, welche sie noch für witzige Ein-fälle ausgeben.
Die Art unserS Verfahrens gegen sie wird einfach, klar,und deutlich seyn. Um ihre ausschweifende Philosophie zuSchanden zu machen, wollen wir Anfangs erklären, wasdas Wort: Glauben, heiße, dessen Gebrauch in den Ge-schähen der menschlichen Gesellschaft eben so gemein, als inReligionssachen ist. Nachmals wollen wir für den Ver-stand eine genaue Bestimmung des christlichen Glaubensfestsetzen, und zeigen, wie erhaben, wichtig, und merkwür-dig die Begriffe seyn, die er uns beybringt. Ferner werdenwir darthun, daß die Vernunft sechsten uns zu einer gänz,lichen und vollkommenen Unterwerfung an die Wahrheitendes Glaubens leitet. Endlich wollen wir erweisen, daß dieGewißheit der Glaubenswahrheiten der Gewißheit der metaphysischen Wahrheiten, die zum besten bewiesen sind, dieWage hält. Nachdem wir alle diese Begriffe und dieseWahrheiten festgestellet haben werden; dann wollen wir jene
unzähk
,>kl!
iE«