Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
456
Einzelbild herunterladen
 

4 ? 6 Evangelium.

schlechter aus Jrrthume weggelaffen, oder mit Fleiß« ver-schwiegen worden ? Der erste Sah läßt sich nicht annehmen,weil der Geschichteschreiber unterrichtet, und von Gotte b«,geistert war; weil er die öffentlichen Archive vor den Augenhatte. Man muß dann den zweyten zugeben. Nun abervernehme man, was zu beobachten ist. Die drey unterlasse-nen Könige sind drey Sprossen von der Nachkommenschaftder tyrannischen Athalie. Diese Königinn war von denJuden verfluchet, weil sie den ganzen Stamm Davids aus,rorken wollte, auf welchen die Verheißungen gegründet waren,Die der Herr dem Volke gemacht hatte« * Außerdem warenvon den dreyen unterlassenen Königen zweene nach ihrem Todein das Grab der Könige nicht versehet worden. Man glau-bet, daß der Abscheu, den man vor dem Andenken Athalienshatte, und Las schimpfliche Schicksal dieser Fürsten, Ursa-che waren, daß man entweder ihre Namen aus den öffentli-chen Verzeichnissen ausstrich, oder sich nicht mehr würdigte,von ihnen Meldung zu machen. Wenn also der heiligeMatthäus die Namen dieser dreyer Fürsten verschwieg, sowäre er «m dem Sinne seiner Nation nachgekommen. Dießist genug für den ersten Punkt.

Aufden zweyten antwortet man: Die Zahl der fünfzehnGeschlechter, welche mehr beym heiligen Lukas, als beymheiligen Matthäus sind, ist nicht Grundes genug, um dasEvangelium falsch zu heißen. Erstlich, weil man im hei,ligen Matthäus die drey unterlassenen Geschlechter ew schal,ren muß, wie wir die Ursache davon gesagt Haben; und als,dann ist der Unterschied nur von zwölf Geschlechtern mehr.Zweyrens, weil es nichts außerordentliches ist, daß es ineinem Raume von zwölf hundert Jahren bey einem Haus«

zwölf

hi

Ä.I

W

«A

ich

K

" 3»seph. y- B. 8. n. Rap.