Duldung. Z87
Sie nicht auf, tvider die Wahrheit zu reden? Bsynahe seitachtzehn Jahrhunderten, seitdem das Christenrhum besteht,hat es zwar von Zeit zu Zeit manche Zerrüttungen zu leidengehabt, wenn unter den Christen ein Irrgläubiger sich empörM hat. Aber jene ununterbrochnen Ermordungen bestehennm in Ihrer boshaften und verführerischen Einbildung. Eshat Zerrüttungen im Christenthume gegeben; aber Religione,kriege hat rS nur in zweyen oder dreycn Jahrhunderten gegerben: den Krieg der Albigenser im dreyzehmen; der Hussitmim fünfzehnten; der Lutheraner, Lalviniften, und wie«-ertäuftr im sechszehnten Jahrhunderte. Ueberdas hatman den Krieg der Albigenser fast nirgends, außer einemkleinen Theile Frankreichs empfunden. Der Hussitenkrieghat sich nicht über Böhmen hinaus erstrecket. Sie tretenalso der Wahrheit zu nahe, wenn Sie sagen, daß die Chri-sten seit dem ersten Kirchenrathe zu Nizäen beynahe ununter,brachen einander ermordet haben.
XIV.
Konstantin gab zum Anfänge eine Verordnung her,aus, wodurch er alle Religionen erlaubte; am Endewurde er ein Verfolger. Vor ihm thar man den Chri-sten nur deßhalben widerstand, weil sie anfiengen, eineRotte im Staate auszumachen. Die Römer gestattetenalle Gottesdienste, auch sogar jenen der Juden, undder Aegyptier, gegen welche ste so viel Verachtunghatten.
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Wo haben Sie erfahren, mein Herr! daß man den Chri,sten nur deßhalben Widerstand that, weil ste in dem StaateUnruhe stifteten? Sie bekräftigen es mit dreistem Muthe.Aber man beut Ihnen Troß, einen einzigen alten Schrift,
Bb 2 steiler