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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
364
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Z64 Duldung.

Aber die bürgerliche Duldung geht nur das Betragender Privatleute an, und verhindert nicht, daß dieOberkei,len und Machte nicht über die Handhabung der guten Ord-nung und der Gesetze wachen mögen. Allein die gute Ord-nung und die Gesetze erlauben nicht, die Religion des Staa<tes anzufechten; es wäre dann Sache, daß man durch einegöttliche Sendung die Gewalt dazu bekommen hätte. und dieGöttlichkeit seiner Sendung durch übernatürliche Werke be-weisen könnte, wie es die Apostel durch ihre Wunderlhalenund ihre Tugenden gethan haben.

Man denket nicht, daß die Ungläubigen, Freygeister,und Philosophen es wagen, sich für Gesandte Gottes auszu-geben, oder daß sie sich anbiethenwerden, ebendieselbenBeweise abzulegen, welche die Apostel abgelegt haben, dievo» Gotte gesendet waren.

II.

Ich glaube, daß ein ehrlicher Mann selig werdenkönne, in was immer für einer Religion er mit guterMeynung leben mag.

* * *

Dafern man selig werden könnte, in was immer für ei-ner Religion man leben möchte, so wäre man wohl rechtthöricht, wenn man nicht die bequemste heraus nähme. Eswäre vieleicht besser, ein Türke, alsein Christ zu seyn. Zummindesten dörfte man Weiber nehmen, so viele man möchteund könnte. Dieß im Vorbeygehen. Laßt uns zur Antwortschreiten.

Damit wir eine klare und richtige Antwort geben mögen,wollen wir Anfangs die Ausdrücke des Vortrags bestimmen.Ich heiße jenen einen ehrlichen Mann, welcher nichts be,

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