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359
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Duldung. Z.s9

gen aus. Also geht es zum Unglücke im menschlichen Herzenher. Man sicht es in allen Eräugnissen des bürgerlichen, po-litischen, und geistlichen Standes: man liest cs in allen Jahr,büchern der ganzen Welt. Was für entsetzliche Beweisedavon, und was für gräuliche Schauwunder von dieser Arthat nicht Teutschland, Schweden, Holland, England,«nd Frankreich aufgeführet ? Dis Lutheraner im Teutschlande, und die Calvinisten in Frankreiche sagten zwar beyihrem schwachen Anfänge, wie es Beza sechsten bezeuget, sieseyn der Ambos, der alle Streiche verträgt; aber sobald siesiark genug waren, was für Streiche Hat nicht dieser Ambosselbsten an seiner Reihe geführet ?

Die Duldung ist also nichts anders, als eine Arglist,ein Kunstgriff der Schwachheit, um sich gegen die Vernunft,'das Recht, die Billigkeit, und die Religion zu vertheidigen,bis sie sich kräftigere und mächtigere Mittel anschaffen möge,welche früh oder spät für die Gesellschaft überaus schädlichwerden, entweder da sie die Ruhe des Staates verstören,oder die Religion und die Sitten verderben.

Dieß hat uns neulich eine oberkeitliche Person * in ihrerRede gegen etliche jener abscheulichen Schriften der neuartigenPhilosophie mit dem stärksten Nachdrucke vorgestellet.Wird sie es noch wagen, saget dieser Herr, vor unfernAugen sich mit dem falschen Scheine der Weisheit, und derLiebe zum Gemeinbesten zu brüsten? wird sie es wagen,von ihrer Ehrerbietung gegen die Gesetze, und von ih-rem Eifer für die Menschenliebe zu sprechen ? Sie ist über-wiesen , daß sie eben so sehr eine Feindinn der Völker und. der Könige, als Gottes selbsten ist. Hat ste nicht die

Sanft-

' Herr Sezuier.

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