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1 (1777) A - L
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Duldung. S47

Seele in einem solchen Stande, daß du allezeit wünschendarfst, daß es einen Gott gebe; so wirst du niemals daranzweifeln. Denke, daß die wahren Pflichten der Reli,gion nicht von den Menschen abhangen ; daß ein gersch,tes Her; der wahre Tempel der Gottheit sev; daß derInhalt des Gesetzes darinnen bestehe, Gott über alles.Und den Nächsten, wie sich selbst zu lieben.

2. Er bringt uns von den göttlichen Vollkommenheiten,und von der Nothwendigkeit des Glaubens recht erhabene Be,griffe bey; und er beschließt jene ganze schöne Stelle durchdiesen Schwung, der nicht minder erhaben ist: ^ Endlichjemehr ich mich bestrebe, die unendliche Wesenheit Got-tes zu betrachten, desto minder fasse ich sie. Aber sie istda ; dieß genüget mir. Je minder ich sie fasse, desto tie-fer bethe ich sie an. Ich demüthige mich, und sage zuGotte: Wesen aller Wesen! ich bin da, weil Du da bist:ich erhebe mich zu meinem Ursprünge, wenn ich Dich ohnUnterlaß betrachte. Ich kann meine Vernunft nichtwürdiger gebrauchen, als da ich sie vor dir vernichte.Dieß ist die Entzückung meines Geistes; dieß ist die Be-zauberung meiner Schwachheit, daß ich mich von deinerGröße verdrücket fühle.

Z. Da ervon den verschiedenen Religionen redet, giebter als einen Grundsatz an, ** daß die wahrhafteste Reli-gion auch die geselligste und menschenfreundlichste sey:und nachmals zeiget er uns, daß das Christenthum die ge-selligste und menschenfreundlichste aus allen Religionen sey.Unsre iyigen Regierungen, saget er, haben unstreitig demLhnstenrhunie ihre dauerhaftere Gewalt, und ihre selt-samer» Stürze zu danken. Dadurch sind sie sechsten min-der

' Emil. z. va»d.Seit. - Brief, zs. Seit.