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Ewige Darler -er Strafen. 289
Religion ausüben, allezeit seinen ächten Werth aus diesenVerdiensten ziehen kann.
In den Belohnungen der Tugend steht man eine unend-liche Freygebigkeit und Herrlichkeit: denn die Belohnung,welche den gerechten Seelen verheißen ist, besteht darinnen,daß sie in den Schooß der Gottheit übersehet; für die ganzeEwigkeit in Gort verwandelt; durch die Erkenntniß, durchdie Liebe, durch die Sündlostgkeit, durch die Heiligkeit, durchdie Glorie, durch die Glückseligkeit Gottes selbsten in Gottverwandelt seyn werden.
Wenn man also alle Lehrsätze der Religion durchgeht, sotrifft man allezeit darinnen eine unendliche und unbegreiflicheUnermeßlichkeit an. Wenn dann alles, was st«?uns ver-trägt, das Kennzeichen des Unendlichen an sich har, undmit dem Präge der Unermessenheit bezeichnet ist; soll mannicht arrch erwarten, daß es sich mit der Bestrafung der Sün»den, die sie uns vorträgt, aufgleiche Weise verhalten wer,de? Wenn sie einen Gott verkündiget, welcher unendlich inseiner Weisheit, unendlich in seiner Liebe, unendlich in sei-nen Gnaden, unendlich in seinen Belohnungen ist; soll mannicht erwarten, daß sie ihn auf gleiche Weise unendlich inseiner Gerechtigkeit und seiner Strengheit vorsiellen werde?
Da uns also diese erhabne Religion das Geheimniß derMenschwerdung und alle Folgen dieses Geheimnisses entdecket,lehr« sie uns zugleich einen Gott anbethen, welcher aus einer unendlichen Liebe Mensch geworden ist, und für uns seinLeben gegeben hat; sielehret uns, vor einem Gotte zu zik,tern, dessen Gerechtigkeit nothwendig eben so unendlich, wieseine Liebe seyn muß. Unterdessen, obschon man von dererhabnen Unermessenheit der Religion gerühret, und von denwunderbaren Beleuchtungen, die sie uns darbeut, überzeurI. Band. T grt
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