288 Ewige Dauer der Grafen.
lehret, alles, was sie uns zu glauben vorträgt, etwas Un-endliches an sich hat, und mit dem Präge des Unendlichenbezeichnet ist. Dieses beobachtet man allzu wenig; und esliegt dennoch augenscheinlich am Tage, sobald man die ver-schiedenen Lehrsätze der Religion mit etwas Aufmerksamkeituntersuchet.
Also sieht man in dem ersten Grundartikel dieser Reli-gion , nämlich, in der Menschwerdung des Wortes, eineunendliche Weisheit und Barmherzigkeit. Ein Gott nimmtdie Menschheit an, um der Gesetzgeber, das Vorbild, dasHaupt, die Bürgschaft der Menschen zu werden: er willin seiner eignen Person die menschliche Natur mit der Gott-heit vereinigen, und der Ursprung des übernatürlichen Lebensfür die Menschen seyn. Dieß ist gewiß das Merkmaal einerunendlichen Weisheit und Barmherzigkeit.
In der Versöhnung der Sünde ausdem Kreuzberge wirdman eine unendliche Gerechtigkeit gewahr. Ein Gott, dasSchlachropser eines Gottes, wird zur Versöhnung der Sün-den an das Kreuz geheftet, und stirbt, damit er eine Genug-thuung leisten möge, welche mir der Größe dessen, der durchdie Sünde beleidiget ist, eine Gleichheit hat. Dieß ist dasMerkmaal einer wahrhaft unendlichen Gerechtigkeit.
In den Ehrbezeigungen und dem Gottesdienste der Reli-gion erblicket inan eine unendliche Vorrreffiichkeit, einen un-endlichen Werth, ein unendliches Verdienst, weil alles aufdie Verdienste Jesu Christi gegründet ist; weil keine Uebungdieses Gottesdienstes für Gott würdig ist, wenn sie nichtdurch die unendlichen Verdienste Jesu Christi erhoben, undim Namen und in Vereinigung der unendlichen VerdiensteJesu Christi verrichtet wird; weil alles, was wir in der
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