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Christenthum. 167
sind mit ihm vereiniget, wie der Rebzweig mit dem Rebsto-cke vereiniget ist, und er giebtnns das Leben, wie-er Reb-stock es dem Zweige giebt.
Dieß ist der Auszug der Lehrsätze/welche die Wesenheit-es Christenthums ausmachen; und man wird gewiß in allem,was wir nun eben vorgetragen haben, nichts anrreffen, dassich nicht für Gott geziemte. Auf gleiche Weise wird manin jenem, was dem Menschen in der Sittenlehre vorgeschrie,bei, ist, nichts antreffen, das sich nicht für den Menschenschickere, und das nicht zu seinem Nutzen und zu seiner Eh-re gereichte.
Die christliche Sittenlehre ist nichts weiter, als dasNaturgesetz, welches Gott schon in das Herz des Menschengcpräget hat; aber welches Jesus Christus uns noch kiärererläutert hat, da er uns zugleich Mittel vorschlug, um dem-selbigen desto sicherer und beständiger getreu zu verbleiben.Damit man sich von dieser Sittenlehre einen richtigen Be-griff machen möge, muß man dabey nokhrvendiger Weisezwey Dinge wohl unterscheiden: was zum Gebothe oderzur Pflicht gehöret, und was aus Rathe oder aus Vollkom,menheit geschieht. Die Gebothe legen uns die Pflichten auf,welche von der Natur selber vorgeschrieben werden, und durch-aus unnachläßlich sind. Die Räche stellen uns das Groß-müthigste und Heldenmäßigste von der Tugend vor; aberdazu werden nur die erhabenen Seelen eingcladen, und nichtalle Menschen verpflichtet.
Die Gebothe sind in der Geseßtafel, oder in den zehnGebvthen enthalten, und Jedermann wird gestehen müssen,daß sie unendlich weise, billig, und durchaus norhwendigsind, um die gute Ordnung, und die Glückseligkeit der gan-zen menschlichen Gesellschaft zu erhalten. Die Räthe gehö-
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