Bibel. iO9
der Achnlichkeit, die man unter mchrsrn Hebräischen Buch»staben findet, als wegen der Unachtsamkeit, die bey einemSchreiber natürlicher Weise fast unvermeidlich ist. Es istdann kein Wunder, daß man etliche Fehler von dieser Artin den alten Handschriften anrriffk. Man findet nichts desto,weniger allezeit den gleichen Grund, die gleiche Folge derDinge, die gleiche Lehre darinnen.
2. Was den Unterschied in der Rechnung betrifft, istes sehr leicht, demselben abzuhelfen. Denn wenn man sieht,daß der hebräische Text mir dem Texte der fiebenzig Doll«metscher übereinstimmt, so schließt man, daß der samarita,nische verändert worden sey; kömmt aber der samaritanischeText mit dem hebräischen Übereins, so halt man für fehler-haft, was in den fiebenzig Dollnietschern verschieden steht:und alsdann hat alles seine gute Ordnung wieder.
Endlich behauptet dieser Mann, daß nach der Vulga-ta nur l6z6 Jahre von der Weltschöpftmg bis zur Sünd-fiuth, und nach dem samarüanischen Texte 2ZO9 Jahre ge-zählt werden. Auch dieses ist wieder eine neue Unwahrheit.Denn der samaritanische Text giebt dis Zwischenzeit von derSchöpfung auf die Sündfluth noch kürzer an, als der hebräi-sche. Man kann sich davon überzeugen, wenn man die Ab-handlung des Herrn Abtes von Vence über die zwey erstenWellalter liest.
IX.
Diese Bemerkungen möchten immer so unbedeutendseyn; so beweisen sie dennoch unumstößlich, daß die heili-ge Schrift groben Fehlern unterworfen ist, welche man sel-ten bey andern Geschichteschreibcrn antrifft; und daß folg-lich ihre Verfasser nicht von Gotte beleuchtet waren, oderdaß sie nachmals verfälschet worden seyn muß: und dieses
darf