Bibel. 97
einem Juden verfertiget worden, der ein Zeitgenoß des Antio-chus Lpiphanes gewesen wäre. Aber erstlich hat Porphyrvon dem, was er zu behaupten waget, keinen Beweis ange-geben: zweytens saget Daniel viele Dinge vor, welche nurerst ein Paar hundert Jahre nach Antiochus geschehen sollten;als da sind die Veränderungen des römischen Reiches, dieGeburt und der Tod Christi, die Zerstörung Jerusalems unddes Tempels. Alles dieses ist eben auch vom Daniel geweis-saget worden, und erst zwey Jahrhunderte nach dem Antio,chus geschehen. Wie wird Porphyr sich aus dieser Be,schwerniß Herauswickeln?
Endlich wird das römische Reich, welches alle übrigeReiche verschlingen, alle an Macht und Ruhme überlreffen,und das Reich Jesu Christi beginnen sehen sollte, von ebendemselben Propheten auf gleich^ Weise vorgestellet , als erdem Nabuchodonosor den geheimnißvollen Traum auslegte,den dieser Fürst gehabt harte. „ * Du hast eine Bildsäule„ von ungeheurer Größe gesehen „, sprach der Prophet zuihm, „dessen Haupt von Golde, die Brust von Silber, die„ Schenkel von Aerzte, die Beine von Eisen, die Füße chsilS„ von Eisen, theils von Thone waren. Du hast diese„ Bildsäule betrachtet, als ein kleines Sreinchen von einem„ Berge sich losmachte, und an die Füße der Bildsäule,, schlug. Auf einen Schlag brach alles zusammen, und„ verfiel zu Staube: Gold, Silber, Aerz, Essen und„ Thon, alles wurde zerstreuet, keine Spur blieb davon zu,,, rück; und das kleine Sleinchen wuchs zu einein Berge„ auf, der die ganze Welt anfüllte» Dieses war dein„ Traum, o Fürst! und iht vernimm die Erklärung davon»
Daniel, n.I. Band.
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