Atheist. z r
feder, als ihr eigen Gut, ihren Eigennützen kennen, und de-rer ganze Glückseligkeit in die gegenwärtige Vergnügung ein,geschränket ist.
Etwan auf die göttlichen Gesetze? Aber davon kann beyden Atheisten die Rede nicht seyn. Und wenn unter LenMenschen, die eine Gottheit und eine Religion erkennen, dieLeidenschaften noch so oft die gräulichsten Zerstörungen ver,Ursachen , und so blutige und tranervolle Zufälle darbicthen,in was für Ausschweifungen würden nicht eben Lieft Leiden,schäften bey Menschen ausarten, welche durch keine Schran-ken mehr aufgehalten würden, weil sie ohne Hoffnung undohne Furcht lebeten?
Unerachter aller dieser Bemerkungen behauptet Bayle, ^daß eine Gesellschaft von Atheisten möglich sey, und bestehenkönne. Er machet, nach seiner Gewohnheit, Vernunft,schlüsse in den Tag hinein. Aber weil er merket, daß sienichts minder als überzeugend sind, nimmt er zu den Bewei,sen aus der Erfahrung seine Zuflucht. Er versichert, daßReisende unter den Wilden Leute, und sogar ganze Völker-schaften, angetroffen haben, welche nicht die mindeste Kennt-nis von einem Schöpfer, von einem höchsten Wesen, odervon allen Dingen hatten, die zum Begriffe der Gottheit füh,ren könnten.
Aber erstlich, wie würde Bayle, jener große Vernünft,ler, jener große Grübler von Beweisen,welche andere Schrift-steller herbeybringen, sich wohl aus der Schlinge ziehen,wenn man nach seiner Art die Beweise durchgrübelte, die erhier ftlbsten anbringk? Was würde er antworten, wenn manihm sagete: Sie beziehen Sich auf die Nachrichten von Rer,senden; aber sind Sie wohl versichert, daß diese Reisenden sol,
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