i8 Atheist.
Die Nothwendigkeit dieser ersten Grundursache fällt so-gleich in die Augen. Denn nichts hat sich ftlbsten erschaffen:alles, was wir sehen, hat sein Daseyn einem Wesen zu dan-ken, das vor ihm gewesen ist. Ein Baum, eine Pflanzekömmt von einem Samen, von einem Keime her; ein Thierwird von einem andern Thiere gezeuget. Aber wir wollen unsallein an den Menschen halten. Der Mensch fühlet schon,daß er sich nicht ftlbsten erschaffen hat, und daß er sich dasDaseyn nicht hat geben können. Er begreift schon, daß seineErzeuger, seines Gleichen, so unvermögend als er, ebensowenig sich das Daseyn gegeben haben. Wenn er also voneinem Geschlechts zum andern zurücksorschet, wird er allezeitdie gleiche Unvermögenheit anlreffen. Denkt er der Sachevernünftig nach, so sieht er sich genöthiget, auf einen erstenMenschen zu kommen: denn eine ewige Folge von Menschen-geschlechtern ist eine Ungereimtheit, vor der sich der gesundeVerstand entsetzet, und die Vernunft empört; ja welche nichteinmal jene behauptet haben, die davon zu reden wagen. Aberwie hat jener erste Mensch das Daseyn erhalten? woher ist ergekommen? wer har ihn erschaffen? Mau merke wohl ansdas, was wir eben von der Unmöglichkeit gesagt haben, daßein Mensch sich ftlbsten das Daseyn hätte geben können. Esmnß dann nothwendiger Weise ein erstes Wesen, einenSchöpfer, einen Gott geben.
Die Nothwendigkeit, eine unendliche Weisheit zuzulaftsen, ist nicht härter zu beweisen. Denn wirft nur ein Menscheinen aufmerksamen Blick auf den schönen Schauplatz, denihm der Erdkreis darbeut; beobachtet er jene so erstaunlicheund so beständige Ordnung, die in der ganzen Natur herrschet;betrachtet er jene wundervolle Uebereinstimmung, welche alleihre Theile miteinander verbindet; stellet er eine umständliche
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