unserer Zeiten. xix
sinnige Seele wurde mit Finsterniß umhüllet;und eben dort, als sie sich mit ihrer Weisheitgroß thaten, haben sie nur ihre Ausschweifungund ihre Thorheit an den Tag geleget. Deßhal,ben hat sie Gott den Begierden ihrer unreinenHerzen, und den schandbarsten LeidenschaftenPreis gegeben. Deßhalben sieht man, daß siebeständig der Gottlosigkeit, dem Geize, der nie-derträchtigsten Eifersucht ergeben sind, wennsie gleich betrieglich, gottlos, stolz, hochmüthig,unlenksam,ausschweifend,ohne Gesinnung,ohneGlauben, ohne Frömmigkeit, ohne Liebe gegenihres Gleichen waren, so haben sie dennoch wis-sen müssen, -aß es einen unendlich gerechtenGott giebt; und sie haben nicht gewußt, darauszu schließen, -aß jene, die in so abscheulicheAusschweifungen fallen, und jene, welche siegutheißen, alle des Todes gleich würdig sind.
Dieses ist der Auszug von der Beschreibung,die jener göttliche Mann uns von den Philosophenseiner Zeiten giebt. Könnte man sie auf die Philo-sophen unserer Tage anwenden? Leute, welchen ihrLeben, ihre Sitten, ihre Lehre, ihre wahren Gesirvnungen bekannt sind, mögen den Ausspruch thun.
Wenn aber schon die Entdeckung der wahrenGründe des philosophischen Geistes die Seele mirSchrecken und Erstaunen erfüllet, was für einenEindruck muß nicht ein allgemeiner Blick auf diebetrübten Wirkungen, die er hervorbringt, undauf die Schnelle, womit die Seuche um sich frißt,in der Seele machen?
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