3i6 Ahndung,
Auf gleiche Weise müssen wir Gott alsden höchsten und heiligen Gesetzgeber dexWeit nach der ewigen Ordnung der Dingeverehren. "Wir erkennen hierin das reineGesetz der Vernunft als das Gesetz Gottesan, aber es ist uns unbegreiflich, wie einerfreyen Vernunft ein Gesetz gegeben werdenkönne, denn eben darin fanden wir dieFrey-heit unsrer Vernunft, dass sie ihr Gesetz nursich selbst gibt.
Das Unbegreifliche in dieser Idee einesUrhebers der Welt liegt eigentlich in unsermUnvermögen, uns eine positive Vorstellungvon der höchsten Einheit des notlrwendigenWesens zu machen. Alles einzelne Daseynin der Natur ist für unsre Vernunft nur zu-fällig bestimmt, und dadurch der Bedingungder Vielheit unterworfen, indem immer einszum andern hinzukommt, woraus nur ein un-vollenrlbares Ganzes entstehen kann, undfolglich ein Daseyn, welches dem ewigenSeyn widerspricht. Für unsre Erkenntnissist alle nothwendige Erkenntniss eigentlichnur in allgemeinen Gesetzen, in blossen For-meln enthalten, denen das einzelne Daseynuntergeordnet wird. Die Beschränktheit un-sers Verstandes nölhigtuns in der Natur, uns
die