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ZViJfen, Glauben
können wir ein sehr gewöhnliches Vorur-theil beleuchten. Unter dem Volke gilt dasAoruitheil: die Philosophen behaupteten,
sie können alles beweisen, und wer dies nichtkönne, sey kein Philosoph. Manche mei-nen sogar einen Philosophen dadurch zuSchanden zu machen, wenn sie ihm zeigen,er könne ihnen irgend eine seiner Behaup-tungen nicht beweisen; sie bedenken dabeyaber nicht, dass, wenn es auf Ueberzeugungund nicht auf blosse Ueberredung abgesehenist, man dem Gescheuten leicht sehr-vieles,dem Dummen aber mit vieler Mühe nur sehrweniges begreiflich machen könne, und dassim Disputiren die grösste Kunst, um sichnichts beweisen zu lassen, darin bestehe,sich recht dumm zu stellen. Das Vorurtheil,dass sich alles beweisen lasse, schreibt sichdaher, w-eil in, der Ableitung von Uftheilenwir selten auf die lezten Gründe zurückgehen,also gewöhnlich nur Urtheile von Urtheilenableilen, das heisst beweisen. Dieses Vor-urtheil hat sich vorzüglich durch die Ver-breitung der Wölfischen Philosophie allgemei-ner gemacht j und recht fest gesetzt. Dennin der That war die richtig verstandene Ab-sicht dieser Schule keine andere als die, dendiskursiven Verstandesgebrauch, der sich
eben