und Ahnden. 75
Wir wissen vim alle Erfahrungs- oderNaturerkenntniss, denn wiewohl uns nichtalle Naturerkenntniss durch die Anschauunggegeben wird, so erhalten wir durch diesedoch allein Gegenstände derselben. DieWelt dieser Erkenntnisse ist die Sinnenwelt,deren Inhalt uns nur die Anschauung liefert,wenn gleich ihre Form in den obersten Ge-setzen der INaturnothWendigkeit nur aus Be-griffen erkannt wird.' Die Gesetze der Kau-salität und der Stetigkeit z. B. erkennen wirzwar nur in Begriffen, ihre Anwendung gehtaber nur auf die Gegenstände der Natur,welche in die Anschauung fallen, sie gehörenalso noch zum Wissen.
Dagegen entspringen uns die Ideen desEwigen , Freyen und Absoluten bloss in Be-griffen , und ihre Anwendung geht auf eineWelt, welche uns nicht in der Anschauung,sondern nur im Glauben gegeben ist. DieGegenstände dieser Weltordnung, Seele, hö-here Welt und Gottheit, werden von unsnicht an geschaut, sondern durch den blossenGlauben erkannt nach Ideen, denen die end-liche Vernunft kraft ihres- eignen Wesensnotliwendigc Realität zuschreiben muss.
Die Ahndung aber bezieht die Gegen-stände der Anschauung auf diese Ideen, kamt
das