schwer wurde/ wenn er gleich niemals kleinmüthigund immer bis zum letzten Augenblicke seiner Sinneund Gedanken mächtig war. Es geschah wirklich,was er im Anfänge seines Leidens in einem lateini-schen Verse an seinen ältesten Sohn schrieb: „Ichhabe gelebt, und den Lauf, den die Natur mir an-gewiesen , vollendet; das Weitere wird nicht mehrseyn, als der starre Tod. Diesen selbst fürchte ichnicht, wohl aber die Pein der Krankheit und dasVersinken in unmännlichen Kleinmuth." Wie dieGegenwart auch den edleren Geist mehr oder wenigerbeherrscht, so lange er im leiblichen Leben verweilt,so vermochte auch er, der ohnehin sich selbst niemalsgenug gethan hatte, durch die Erinnerung an einfür Gottes Reich auf Erden wohlthätig wirksamesLeben sich nicht aufzurichten, während er übrigens,der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit in Christogewiß, auch ausdrücklich versicherte, daß dieß alleinihn aufrecht erhalte und vor dem Kleinmuth bewahre,den er befürchtet hätte. Nit dem anvertrautcn Pfundehatte er treulich gewuchert, seine Kraft, die im kör-perlichen Leiden und unter dem beginnenden Greifen-alter nur verdunkelt, nicht gemindert wurde, war invielen Menschenseelen fruchtbar geworden, ja mankann sagen, daß sein eigenthümliches Wesen jetzt,nachdem eine ganz neue Generation emporgekommen,obwohl unter den verschiedenartigsten Mischungen derIndividualitäten und Ansichten, doch noch nachwirkcmd unter uns fortlebe. Denn das Besondere an ihm
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