findet man auch der scheinbaren Tugend dasSchlimme anklebend, und weder Alter- noch Neu-thum wird von dieser traurigen Regel eine Aus-nahme machen. Christus sagt: Niemand ist gut,als der einige Gott! Daraus folgt, daß auch keineHandlung, ja kein Gedanke vollkommen gut seynkann, der nicht Gott gleichsam zur Quelle, zurTriebfeder hat. Darum ist an keiner Zeit, und ankeinem Orte ein wirklicher, vollkommen muster-hafter, wie mein Gegner will, — musterhafterPatriotismus auch nur möglich ausser dem Pa-triotismus derer, welche Bürger find in dem uni-versalen Reiche Gottes. Und dieser Patriotismusist kein eitles Phantom, sondern er hat zu jederZeit gewirkt und die Welt überwunden, und kämpftin unseren Tagen mit erneuter Kraft in dem Her-zen und an den Enden der Menschheit. Somitist es recht und billig, daß wir die patriotischenZüge der Alten in ihrem relativen Werthe schätzen;eine solche „Befangenheit" in dem Kreise ihresVolks, ja einer Parthei, war nicht nur natürlichfür sie, sondern in gar vielen Fällen das einzigeLöbliche. Aber mein Gegner sagt (p. 71): „ichmöchte sie darum beneiden; denn wo ist Einer nichtzu beneiden, der gehoben und getragen ist von demBewußtseyn, einem Volke anzngehören, groß durchThaten, Umfang, Erinnerungen, durch Helden,Denker, Künstler, durch ehrwürdige religiöse Cha-raktere?« Was sagen wir zu diesen Worren?
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Zweites Bändchen, eine Erweiterung, Begründung und Apologie des ersten (1839)
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112
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