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Zweites Bändchen, eine Erweiterung, Begründung und Apologie des ersten (1839)
Entstehung
Seite
91
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halt und sprachliche Form ausgezeichnet sind, sowollen wir dem Aesthetiker nicht wehren, daßer, wenn er etwa zwischen beiden Arten die Wahlhätte, diejenige vorziel,e, deren künstlerische Formihn nach seinen künstlerischen Absichten am meistenbefriedigt; ja wir wollen zugeben, daß er nurdurch diese Wahl seinen Standpunkt als Künstlerfestgehalten hat. Sofern aber die ästhetische Seitenicht die einzige ist in dem inneren Leben desGeistes, sondern es auch eine intellektuelle undmoralische giebt, wird die Billigkeit erfordern, daßwir auch einen Andern gewähren lassen, welcheretwa die entgegengesetzte Gattung dem, was ersucht und braucht, angemessenerfindet, wobeinatürlich vorausgesetzt wird, daß die anderen Ele-mente des Gedichts ausser der Idee nur relativminder gelungene, nicht aber mißlungene sind.Die letztere Wahl werden wir auch als Pädagogenunbedingt treffen müssen, so lange, neben dem Un-terrichte, die Erziehung, wie in unserem Falleoben nachgewiesen wurde, Hauptzweck einer Anstaltist. Findet sich aber die innere Trefflichkeit derIdee mit der äusseren Trefflichkeit der Darstellungzusammen, so ist kein Zweifel, daß dieß die vol-lendete Poesie ist, auf ähnliche Weise, wie unsein Mensch mit schöner Seele neben einem schönge-bildeten Leibe bei weitem mehr anzieht, als entwe-der ein anderer mit schöner Seele, aber häßlichemLeibe, oder häßlicher Seele, aber schönem Leibe.