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doch der Poesie Schuld geben, daß ihre Philosophienichts tauge!« (H. p. 24.) Den Maaßstab der Mo-ral an die Poesie zu legen, sey überhaupt etwasmit völligem Rechte Veraltetes. —
Meine Meinung über diese Punkte versuche ichnun in folgenden einfachen Sätzen näher ausein-anderzulegen.
1 ) Habe ich vielleicht irgend ein Gedicht ge-lesen, gleichviel, welcher Gattung, oder Größe essey? und werde darüber von einem Freunde be-fragt, vermag aber nicht, dasselbe ihm verbisrpsl8»illüs wieder aus dem Gedächtnisse mitznthei«len, so gibt ihm mein Bericht dasjenige, was mangewöhnlich den Inhalt eines Gedichtes zu nen-nen pflegt. Dabei ist aber die äussere metri-sche Form völlig weggefallen; dagegen findetmein Freund aus dem gegebenen Inhalte vonselbst, ohne darauf aufmerksam gemacht zu seyn,jenes innere »Etwas,« das, wie man sagen Hort,der Dichter mit seinem Gedichte „meinte,« einenGrundgedanken, eine Idee. Ja wenn auch nurein unbestimmtes Gefühl sogleich in dem Herzenauftauchte, so ist schon dieses genug. Denn esläßt sich, wenn es ein heiteres ist, in die Idee vonder universalen oder partiellen Schönheit der Welt,wenn es ein wehmüthigeö ist, in die von der Eitel-keit aller irdischen Dinge nicht nur leicht, sondernmit Notwendigkeit übersetzen. Somit ist klar,daß jedes Gedicht drei wesentliche Beftandtheile