trägt doch derb genug das Gepräge, daß sie dembiblischen Christenthum von ganzem Herzen huldigt.Somit wäre es nicht nnr eine unglaubliche Kurz-sichtigkeit über die Zustände der Welt, wo sich Allesdurchkreuzt und gegenseitig influenzirt, sondern esist eine reine Unmöglichkeit, daß ich sollte den Clas-sikern allein das Alles aufbürden, was einen vieltieferen Grund in unserer Natur hat. DieClasstker sind Ausdruck und Repräsentanten einerZeit, welche nach ihrer Kernbeschaffenheit dem gött-lichen Gerichte verfallen mußte; aber sie könntennichts Schlimmes in uns bringen, wenn nicht dasSchlimme in uns wäre. Wäre es wieder i-os ia-rogrs mit uns, so dürfte man alleClassiker ohneAusnahme lesen, wann und wie man wollte, abervielleicht würde man nicht wollen. Sie hätten kei-nen Angriff wegen sittlichen Schadens mehr zufürchten, aber auch schwerlich in dieser Hinsicht ei-nen Dertheidiger zu hoffen. Wie es jetzt um unssteht, entwickelc sich das Böse schon in dem Kindevon selbst, ohne die Classtker, und gewinnt baldeine Stärke, welche ein überwiegendes Gegengewicht,'das nur im christlichen Geiste sich findet, sehr noth-wendig macht. Kann dieser Geist sich in dem Kna-ben nicht leicht feftsetzen, so hat dieß seine Ursache,die bald in der Stärke sonstiger Einflüsse, baldauch — um auf die Schule überzugehen — mehroder minder in der Beschaffenheit und Behand-lungsart der Lehrgegenftände liegen kann. Hier
Druckschrift
Zweites Bändchen, eine Erweiterung, Begründung und Apologie des ersten (1839)
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten