Neunzehnter F a r g a r d.
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120. Ich preise den besten Ort (Paradies) der Reinen, denleuchtenden, mit allem Glanze versehenen.
121. Ich preise den Garö-nmäna, die Wohnung Ahura-mazdas,die Wohnung der Amesha-tjpentas, die Wohnung der übrigenReinen *).
122. Ich preise die Mittelwelt, die selbstgeschaffene, und dieBrücke Chinvat, die von Ahura-mazda geschaffene 1 2 ).
123. Ich preise die gute Qaöka, die viele Augen besitzt 3 ).
124. Ich preise die starken Fravashis der Reinen, die allenGeschöpfen nützlich sind.
125. Ich preise den Verethraghna, den von Ahura geschaffe-nen, den Träger des Glanzes, des von Ahura-mazda geschaffenen 4 ).
126. Ich preise den Stern Tistar, den leuchtenden, glänzenden,der den Körper eines Stieres und goldne Nägel hat 5 ).
127. Ich preise die Gäthäs, die heiligen, die die Zeiten beherr-schen , die reinen 6 ).
1) Das Paradies und Garo-nmäna, die Wohnung Ahura-mazdas, scheinen
schon in der älteren Zeit verschieden gewesen zu sein. Dagegen erweist sichdie Annahme von drei Paradiesen (cf. Pärsigr. p. 180 und oben p. 22) oder garvon sieben Himmeln als später. Die Annahme von sieben Himmeln finde ichübrigens auch in dem noch ungedruckten Theile der Ulemä-i-Isläm : AL (_^JlsjLj »U (JCj .. tu Lj j Xm iJv.5
.(i. e. yti) ^
2) Miyväna von mith, vereinigen, ist die Well, die in der eben ange-führten Stelle der Ulemä-i-tsläm tu Lj genannt worden ist. Im Viräf-näineund Minokhired heisst sie Hameytegän, sie ist diejenige Welt, in welche dieSeelen versetzt werden, deren gute und böse Thaten sich die Wage halten.Miyvana befindet sich zwischen Himmel und Erde, die in dieser Welt befind-lichen Seelen haben von Hitze und Kälte zu leiden. Cf. Pope’s Uebersetzungdes Viräf-name p. 18 ff.
3) Qaöka, eigentlich Nutzen, Name einer weiblichen Gottheit.
4) Verethraghna, siegreich, dann = Bebram, Name eines Izeds.
5) Tistrya ist der Name eines glänzenden Sternes, der in der früherenParsenmythologie nicht genannt wird , in der späteren häufig, es ist ihm sogarein eigener Yesht gewidmet. Nach diesem ist Tistrya das Gestirn des Regensund übernimmt die Rolle zugleich mit einem anderen Gestirne , das fatavaeyooder (jatvis genannt wird, welche Farg. V. 50 lf. dem Ahura-mazda zugetheiltwird. Cf. Farg. XXI. Einl. und unten Excurs I.
6) Ich nehme hier ratu in der Bedeutung des sanskritischen ritu, Jahres-zeit. Cf. Farg. VII. 6. und zu Farg. IX. 171.