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V e n d i d a d.
114. „Nicht (vermag er) tüchtig zu sein im Ackerbau.“
115. „Denn vomEssen lebt die ganze mit Körper begabte Welt,ohne Essen stirbt sie.“
116. Schöpfer der mit Körper begabten Welten, Reiner!
117. Wer erfreut zum Fünften diese Erde mit der grösstenZufriedenheit?
118. Darauf enlgegnete Ahura-mazda: Wenn man, o heiligerZarathustra, auf dieser Erde für den heiligen Mann arbeitet — wenner in Heiligkeit nicht giebt 1 ).
119. So wird man ihn von dieser (Ipenta-Armaiti (Erde) hinwegin die Finsterniss werfen.
120. Hin zum Leiden, hin zum allerschlechlesten Orle.-
121. Hin zu allen spitzigen Gräsern 2 ).
122. Schöpfer der mit Körper begabten Welten, Reiner!
123. Wenn man in diese Erde todLe Hunde und todte Menscheneingräbt und sie ein halbes Jahr lang nicht wieder ausgräbt.
124. Was ist dafür die Strafe 3 )?
125. Darauf enlgegnete Ahura-mazda: Man schlage fünfhun-dert Schläge mit dem Pferdestachel, fünfhundert mit dem Qraöshö-charana 4 ).
1) Nach dem Texte der Vendidad-sädes muss übersetzt werden : „Wennman, o heitigerZaralhustra, anf dieser Erde arbeitet für den heiligen Mann undes in Heiligkeit giebt. Wenn man, o heiliger Zarathustra, auf dieser Erde ar-beitet und es nicht in Heiligkeit giebt.“ etc. Die Auslassung in unserem Texteist zwar sehr hart aber nicht unmöglich, ich habe gegen die besseren Hand-schriften und die Huzvaresch-Ueberselzung nicht ändern wollen.
2) nimata, Gras, wie aus mehreren Stellen des Vendidad deutlich her-vorgeht. Cf. vifi-siv, nemus und ags. nimid. Die genauere Beziehung diesesParagraphen kann natürlich nicht angegeben werden.
3) Die Enclitica he erklärt die Huzväresch-Uebersetzung immer „dieserSünde wegen damit sie nicht sei“. Man muss dieselbe also auf den ganzenvorhergehenden Satz oder auf die in demselben genannte Handlung (skyauth-na) beziehen.
4) Astra übersetzen die Parsen durch jaj ein scharfer Dolch,
dass es das vedische ashträ, „Stachel zum Antreiben des Viehes“, sei, hat R.Roth gezeigt: Zeitschr. der D. M. G. IV. p. 264. fraoshö-charana ist ganzdunkel, die Uebersetzung umschreibt es blos, die Parsen wissen, wie Anquetilsagt (Z,\v. I. 2. p. 285), nicht mehr was es bedeutet. Schwerlich ist es eineGeldmünze, wie man angenommen hat, da im Vendidad keine Stelle vorkommtaus welcher hervorginge, dass Geld schon gekannt war und überhaupt das Ab-kaufen der Strafen durch Geld eine spätere Sitte zu sein scheint.