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Max Müller und die vergleichende Religionswissenschaft
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kommen können, soviel ist allem Zweifel entrückt, daß dieAnfänge des menschlichen Geschlechtes nicht mehr in der.freund-lichen Idylle der patriarchalischen Organisation gesucht werdenkönnen, mit der wir bisher, wie mit einer lichten Morgenrötheden Horizont verklärt haben. Aus der Nacht und Finsternißeiner unsäglichen Barbarei vielmehr führt erst die Bahn desdurch mancherlei empfindliche Rückfälle unterbrochenen Fort-schrittes zur späteren Kultur empor. Deshalb ist es auch un-richtig, den Fetischismus, wie Müller immer will, nur alslokale Entartung und Zersetzung zu betrachten, während ergerade umgekehrt im gewissen Sinne der universale Ausgangs-punkt der religiösen Entwickelung überhaupt gewesen ist. Ja,er bezeichnet so sehr einen hervorragenden Faktor des religiösenBewußtseins, daß er noch heutzutage, selbst in dem hochgepriesenenChristenthum für ein kundiges Auge überall als rudimentäreSchicht anzutreffen ist; in diesem Sinne hat der uralte Animis-mus durchaus noch nicht, wie eine gewisse vertrauensseligeRichtung der modernen Naturwissenschaft sich und anderen gerneinredeu möchte, ausgelebt. Für das Studium aber der indo-germanischen Mythologie und Religion möchte schwerlich einkundigerer und gewissenhafterer Führer zu finden sein, als unsergefeierter Landsmann, und schon deshalb allein können wir seineSchriften nur auf das Dringendste der Beachtung empfehlen.

Religionswissenschaftliche Werke von Max Müller(abgesehen von den eigentlich sprachwissenschaftlichen Untersuchungen).

1. Einleitung in die vergleichende Religionswissenschaft, Straßburg1874.

2. Vorlesungen über den Ursprung und die Entwickelung der Religion,mit besonderer Rücksicht aus die Religionen des alten Indiens,Straßburg 1880.

3. Natürliche Religion, Leipzig 1890.

4. Physikalische Religion, London 1891.

<sis>

Sammlung. N. F. VIII. 182.

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