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worden ist. Im besonderen war es der internationaleOrientalistenkongreß in London im Jahre 1874, wo unser be-rühmte Landsmann den ersten Anstoß in dieser Richtung gab,indem er damals an die verschiedensten abendländischen undorientalischen Gelehrten die Aufforderung ergehen ließ zu einerSammlung der heiligen Bücher des Ostens, wie der offizielleTitel lautete. Der Erfolg war ein überraschender; indische,chinesische und persische Weise wetteiferten mit den berühmtesteneuropäischen Forschern, um die Urtexte der alten heiligen Schriften,von allen späteren Zusätzen und Entstellungen befreit, wieder-herzustellen; das riesige Unternehmen, das bislang etwa dreißigBände umfaßt, ist auf achtundvierzig überhaupt berechnet. ImGegensatz zu aller früheren, einseitig spekulativen Auffassung,die aus einigen wenigen mythologischen Bestandtheilen die Ent-wickelung des religiösen Bewußtseins abstrakt konstruirte undsomit selbstverständlich den Thatsachen in keiner Weise gerechtwerden konnte, wurde nunmehr eine unverrückbare, konkreteMaterialsammlung zu Grunde gelegt, so daß es sich höchstensum die Deutung und Erklärung einzelner Begriffe innerhalbder gegebenen Sphäre handeln konnte. Indem sodann auchunter dieser Perspektive die Mythologie, welche vielfach vordemals eine Krankheit des menschlichen Geistes betrachtet wurde,zu einem organischen Entwickelungsgliede unseres naiven Bewußt-seins erhoben wurde, ergänzten sich mythologische und religions-wissenschaftliche Untersuchungen gegenseitig auf das glücklichste,während früher beide Bestrebungen ohne jeden Zusammenhangnebeneinander herliefen. Es möchte sich deshalb wohl derMühe verlohnen, die hauptsächlichsten Ergebnisse dieser strengerfahrungsgemäßen Forschung in der Darstellung von MaxMüller zu betrachten; die mannigfachsten, interessantesten Problemeüber den Ursprung, die Fortbildung und die Zersetzung religiöserIdeen werden dabei berührt werden, aber (soviel als möglich)
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