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Biblia Das ist/ Die gantze Heylige Schrifft/ Teutsch
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75r
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Vorrede.

sihest inder andern Augen / aber deß Balcken ln dei-nem Äug- wirst» nicht gewar.

Denn ob du wo! außrvendtg das Gesetz mit wercken««nck-helrest/auß forchr der Straffe / oder liebe deß Lohns/^ e, thust du doch aUes ohn frexe lust vnnd liebe zum Ge-^ fetz/ sondern mit vnlust vnd zwang/wolrest lieber an-

ders rhnn / wenn das Gesetz nicht were. Darauß dennsich schleust / daß du von Hertzen grundt dem Gesetzefelnd bist, was tsts denn/daß du andere lehrest Nichtftelen/so du im Heryen selbst ein Dieb bist/vnnd eußer-!,ch gerne werest/wcnn du thürstestr Wkewol auch daseusserltche werck die lengc nicht Nachbleiber bc^> solchenHeuchlern. Also lehrest» andere/aber dich selbs nicht/weißest auch selbs nicht / was du lehrest hast auchdas.Gesc^->och nre recht verstanden. Ia dazu mehret das* Gesty die Sünde/wte er sagr/am;.Lap. Darurnb/daß,,)>n der Mensch nur fetNder wtrdt/ je mehr es fodderr/deß er keines kan.

Darumb spricht er am?. Lapit. das Gesetz ist Geist-lich. was »st das^ wenn das Gesetz leiblich were/so ge«schekeihmmitwerckengenug / Nun es aber Geistlichist/ihnt > hm nieniand genug / es gehe denn von Heryengrund/alleswasdurhust. Aber ein solches Hery gibtlucmand/ denn Gottes Gerst/der macht den Menschendem Gesetz gleich / daß er lust zum Gesetz gewinne vonHeryen/vnd hinfort nücht außforcht vnd zwang / son-dern auß freiem Heryen alle« thut. Also ist das GesetzGeistlich/ das mit solchem Geistlichen Heryenwilge-lieder vnd erfüllet sein/Vnd fordert ernen solchen Geist.U)o der nicht im Hertzen ist/da bleibet Sünde/Vnlust/Feindschaffrwlder das Gesetz / das doch gut/gerechtvnd heilig ist.

^O gewehne dich nun der Rede / Daß viel ein anderMim/ Goinglst/ Deß Gesetzes werck thun/vnd das Gesetz er-«SwGc- Deß Gesetzes werck ist alles/da« der Mensch

eist thrit oder thun kan am Gesetz/ auß seinem freyenwil-

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len vnnd eigen kraffren. weil aber vnrer vnnd nebensolchen wercken bleibet im Heryen vnlust vnnd zwangzum Gesetz/sind solche werck alle verloren / vnnd kernnüye. Das meiner S. Paulus am z.Lap.da ersprtcht/Durch Gesetzes werck wirdr für Gott kein Mensch ge-recht. Daher sihest du nun/daß die Schulzancker vnndSophisten Verführer sind / wenn sie lehren mit wer-cken sich zur Gnade bereiten, wie kan sich mit werckenzun» guten bereiten/der kein gut werck/ohn vnluft vndvnwrlien im Heryen rhurr wie sök das werck GOtk ge-lüsten/Das auß einem vnlusttgen vnnd wtderwtlligenHeryen gehet/

Aberdas Gesetz erfüllen/ist /mit lust vnd liebe seinewerck thun / vnd frex ohn deß Gesetzes zwang Göttlichvnd wo! leben/ als were kein Gesetz oder straffe. Sol-cher lust aber freier Liebe / gibt der heilige Geist msHerr,/ wie er spricht im 5. Cap. Der Gelstaber wirdtnicht denn allein/in/mit/ vnnd durch den Glauben anJesmn Lhrist/gegeben/ wie er in der Vorrede sagt. Sokompt der Glaube nicht / ohn allein durch Gottes wortoder Euangelium/das Christum prediget/wie Er ist, Gotte« Sohn vnd Mensch / gestorben vnd aufferstan-

den v»nb vnsern willen / wie er am z. 4. vnd ,0. Lapirelläget.

Daher komts /daß allein der Glaube gerecht macht/vnd das Gesetz erfüllet / Denn er bringet den Geist außChristus verdienst. Der Gei st aber macht ein lustig vstfref Hery/wie das Gesetz fodderr / Sogehen denn dieguten werck auß dein Glauben selber. Das meinet eramCap. nach dem er deß Gesetzes werck verworffenhatte / daß cs lautet/als wolt er das Gesey anffoebeNdurch den Glauben/Nern (spricht er) wir richten dasGesen an/purch den Glauben / das »st/ wir erfüllensdurch den Glauben.

in der Schrifft / nicht allein das eus-^-^serlichewcrck am Letbe/Sonder alle dasGeschaff-te/das sich mit reget vnd weget zu dem eußerlrchenwerck/uemlich/deß Heryen grundk mit allen krafften.Alst» / daß das wörtlein / Thun fol heissen/ wenn derMensch gany dahin fellr/vnd fehret in die Sünde.Dcn^gcfchrchr auch kein eusserUch werck der Sünde/ dev

Mensch .fahre denn ganymit Lest» Vnnd Seele hinan. Vnglaub haupt-

Vnd sonderlich fiherdle Schrifft ms Hcry/vnd auffdre quelle aller lünd

wuryel vnttd hauptquelle aller Sünde / welche ist der

Vnglaube tMgrund deß Heryen. Also/daß/wteder

Glaube allein gerecht macht/vnd den Geist vnd Lust

bringet/ zugUteUcusserltchen wercken: Also sündiget

alleine der vnglaub / vnd bringet das Fleisch auff vnd

lust zu bösen euffetlicheN wercken/wie Adam Vttd Heuü

gefchachtm paradckß/Gen.am z. Lap.

Daher Christus alleine den Vnglaube» Sünde nen- Christus nennetnet / da er spricht/ Johanns. Der Geist wtrdt die Welt allem de Vnglaustraffen vmbdieSünde/daß sie nicht glauben anmrch bensünde.Darumb auch/ehe denn gut oder böse werck geschehen/ Gen.als die guten oder bösen Frücht /muß zuvor im Hertzen Joh. s.da sein Glaub oder Vnglaube/ als die wuryel/safft Vndhauptkraffr aller Sünde. Welches ln der Schrifft auchdarumb der Schlangen Ropff/ vnd deß alten Drachen Schlangenkopff/Haupt herffet/den deß Weibes Same/Christus zutret- erc.ten muß/wte Adam verheißen ward/Gen. am.;.

Nade Vnd Gabe sind deß vnterschetdo/daß Gnade Gen.^L^eigentlich heisset/ Gottes Huld vnd gunst / die er zu Gnade.

vns tregt be^sich selbs / auß welcher er geneigt Gabe.wtrt/Lhrlstum vnd den Geist Mit seinen Gaben in vnszu giessen/wie das auß dem 5. LaplreMarwtrdt/daer Rom cspricht/Gnade vnnd Gabeln Lhristo/rc. Ob nun woldteGabenvndder Getsttn vnsraglichzunemmen/vnnoch nicht vollkommen sind/ daß also noch Höst Lüste Böselüst vnsÄn-Vnnd Sünden in vns Vberbleiben / welche wider den de in den HetltgsGeist streitten/wle er sagt/Roin.8.vnd Gal. s. Viid wie vberig.

Geu.;. verkündiget ist der Hader zwischen deß Weibes Rom.;.

Samen vnnd der Schlangen Samen / so thut doch die Galat.;.Gnadest» viel/ daß wir gany vnnd für voll gerecht für Gene.z«

Gott gerechnerwerden. Denn ferne Gnade theilet vndstücket sich nicht / wie die Gaben rhun/fondern nunptvns gany vnd gar auffin die hulde / vmb Christus Vil-sers Fürsprechers Vnd Mittlers willen/vnnd vmb daß»n vns die Gaben attgefangen sind.

Also verstehest» Venn Vas 7. Cap da sich S. Paulus Rom/7.9.auch noch einen Sünder schilt. Vnddochim 8.spricht/ Christen sinvgeBes sey nichts verdamltchs an denen / die in Christo sind/ recht vnnd dochder vnvollkommenen Gaben vnnd deß Geists halben. Sünder«

Vmb deß VngerödteN Fleisches willen / sind wir nochSünder: Aber weil wir an Christo glauben / vnd deßGeistes anfattg haben / ist vns Gorr so günstig vnndgttedtg/daß er solche Sünde nicht achten noch'richtenwtl / Sondern nach dem Glauben tu Christo nur vnsfahren biß die fände getädrer werde.

K^Lattb ist nicht der Menschliche wahn vnnd trariM/ Glaubt.

^den etliche für Glauben halte». Vnd wenn sie sehen/

daß keine befferung deß Lebens noch gute werck folge/

vnnd doch vom Glauben Viel hören vnd reden können/

fallen sie in den »rtthumb/ Vnd sprechen / der Glaub sey

Nit genug/mau müsse werck rhun/sol man fromb vnd - . ...

seligwetden.Dasm»chtwennsicdasEuangeltumhö- 6^

ren/sö fallen sie daher/ vir machen »nen auß eigen krass- stpastt deß Glau«

ten einen gedancken im Heryen / der spricht / ich glaub/

das halten sieden» für einen rechten Glauben. Aber

wie es ein Menschlich gettcht vir gedancken ist/dcn deß

Also thut er auch nichts

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Hertzen grundnrmererfehret: Al!vnd folget keine beßerüng hernach«

Aber Glaub ist ein Göttlich werck in Vns / das vnswandelt vnd newgebirt auß Gorr/Johan.-. Vnd rös-tet den alten Adam/ macht Vns ganyander Menschenvon Hcryen/muth/ sinn / vnd allen krafften/Vnd drin-get den H Geist mit sich. O es ist ein lebendig/schaffrig/thatlg/nrachtig ding vmb den Glaube/daß vnmüglrchist/daß er ntt ohn vnrerlas sölt gurs wtrcken Er frageauch nrcht/ob gut werck zuthun sind/ sondern ehe Manfragt/hat er sie gethan/ vnnd rst immer,m thun. weraber Nicht solche werck thut / der lst em glaübloserMensch/tappet vnd sihet vmb sich nach dem Glauben/vnd guten wercken / vnd weiß weder was Glaub odergute Werck sind/weschet vnd schwayt doch Viel Workvom Glauben vnd guten wercken.

Glaub ist ein Lebendige/ erwegene Zuversicht auffGottes gnad/so gewiß/ daß er rausent mal drüber stür-be. Vnd solche Zuversicht Vnnd erkennmtß Göttlicher

n Gnade

Johan.i.