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4 (1903) Die Fabeln und Schwänke in den Meistergesängen
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589. Das kalte Fieber und der Floh.

20 „Ja wol," sprach der floch, „ich wil heintDie pewerin erlauschen;

Vnd schleich du zu der pürgerin."

Also sie sich baid schieden.

Der frörer zu der bürgerin eindrate.

25 So pald des frörers sie entpfant,

Eilt sie in ir Petstate,

Deckt sich mit hohen schauben zu;

Sie det zittren vnd pieden;

Man muest ir wermen Ziegelstein,

30 Bil sefft zu labung nam sie ein,

Ein wachsliecht prinnen dete,

Ein köstling rauch muest man in kamer machen.

Früe man zwen ertzt zu ir peruefft,

Die retten zu den suchen,

35 Das der frörer dreh monat langNoch herberg bey ir hete.

3.

Der floch zu nacht auch zu der pewrin lieffe; [Bl. 51]Aufs eint strosack, vor arbeit müed,

Sie hertigclich entschlieffe.

40 Da fing der floch zu fressen on,

Sicher on alles sorgen,

Das sich die pewrin nie kain mal vmbkeret,

Auch nie erwacht die langen nacht,

Das dem floch het geweret.

45 So speist er sich vnd het sein ruPis an den Hellen morgen.

Also jeder zu herberg bliebAn endt, das man in nit ausdrieb.

Des thuet ein sprichwort sagen:

50 Die kranckheit bleibt, wo man ir wol thuet warten;Etwan trifft sie auch an ein man,

Der sie thuet vberhasten.

Wer sie haust vnd ir henget nach,

Mues sie dest lenzer dragen.

Anno salutis 1549, am 29 tag Marcii.