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4 (1903) Die Fabeln und Schwänke in den Meistergesängen
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588. Die Beichte des Buhlers.

588. Des puelers peicht.In dem feinen thon Herr Walthers.

^Jn pueler peicht eim Pfaffen altVnd im auch nach der leng herzalt,

Wie er sein puelerey das jar het driben,Wie, wo vnd wen ers als bekent,

5 Wie offt vnd saget all vmbstent,

Als ob ers het an ainem zettel gschriben.

Da fing der alt pfaff an zu wainen.

Der pueler des erschrack gar ser,

Dacht: o wie ist der pfaff so feint der sünde!10 Wie Wirt ich mich mit im verainen?

Ich gib im peichtgelt bester mer.

Er rauscht im gelt, braucht sich listiger sünde

2 .

Vnd sprach: „Ach, Herr, last mich zu Haus!

Nembt die dreh patzen! richt mich aus!

15 Bekümert euch so hart nit vmb die sünde!" [Bl. 45]Da schnupftet erst der pfaff noch PasVnd also hart erseuffzen was,

Als ob er gar kain wort nit reden künde.

Der pueler sprach: „Es ist mir laide!

20 Ich wil doch puelen nimermer.

Seit gueter ding vnd thuet ntich absoluiren!

Nun bin ich ie kain Thürck noch Haide;

Hab ich ein klain thon wider ehr,

Durch pues kan ich mein sünd Wider quitiren."

3.

25 Der alt pfaff sprach: „Mein sun, ich klag,Das ich es jetzund nit vermag.

Der freuden, daruon du so sües thuest sagen,Darzu ich Hab so wol getügt

588 (3050). Mil, BI. 24. Nach M 8, Bl. 44'. Gedr.:K. Goedeke I, 8. 273. — Quelle: Bebels Facetien 2, 106. SiehJ. Bolle zu Freys Gaxtengesellschaft 8. 227, Nr. 30, 2.