154 Die erste Session der VI. Legislatur-Periode des Reichstags
Dem Abgeordneten Rcgierungsrat Althaus, als dem in der alphabetischenReihenfolge ersten Unterzeichner der von der konservativen Fraktion zum Ge-burtstage des Reichskanzlers überreichten Adresse, ging das nachstehende Dank-schreiben zn:
Ew. Hochwohlgeboren nnd Ihren Herren Fraktionsgenossen danke ichverbindlichst für die freundlichen Glückwünsche, mit welchen Sie mich zu meinemGeburtstage beehrt haben. v. Bismarck.
An die freikonservative Fraktion erging folgendes') Schreibein
Berlin, den 20. April 1885.
Für die freundlichen Glückwünsche, welche in der mir zu meinem siebzigstenGeburtstage übersandten Adresse einen für mich so ehrenvollen Ausdruck ge-funden haben, sage ich meinen verbindlichsten Dank. v. Bismarcks.
An den Abgeordneten von Benda richtete Bismarck folgende Zeilen:
Berlin, den 20. April 1885.
Euer Hochwohlgeboren bitte ich, den Mitgliedern der nationalliberalenFraktion im Reichstage und Abgeordnetenhause für die freundlichen Glückwünsche,mit denen die Herren mich zu meinem Geburtstage beehrt haben, meinen ver-bindlichsten Dank ausznsprechen. v. Bismarcks.
Die Adresse, welche die noch lebenden Veteranen der erbkaiserlichen Parteivon 1849, die für den „Erbkaiser" stimmenden Mitglieder des Frankfurter-Parlaments, an den Reichskanzler richteten, hatte folgenden Wortlaut:
Durchlauchtigster Fürst! Vor mehr als drei Jahrzehnten berufen, demlanger: Sehnen des deutschen Volkes nach Vereinigung seiner Gliederzur Erfüllung zu helfen, vermochten die ehrerbietigst Unterzeichneten damalsmir, auf den Weg hinzuweisen, der die Nation zur Einheit führen könne;ihnen war mehr nicht vergönnt, als ihrer Überzeugung, daß der deutscheBundesstaat nur unter der Führung des Hohenzollernstaates zu gründen sei,festen Ausdruck und bestimmte Fassung zu geben, und diese gegen Anfechtung,Thorheit und Leidenschaft aufrecht zu halten. Daß wir jene Bahn in stürmi-schen Tagen. betreten, die Fahne erhoben und unentwegt zu ihr gestandenhaben, giebt uns ein Anrecht, dem Manne, der unfern Glauben zur That ge-macht und uns zum Ziele geführt hat, den Dankeszoll, der ihm in unfernHerzen lebt, heute auszusprechen. Wer hat eindringlicher und schmerzlicher
p Zn Horst Kohl's Bismarck-Regesten nicht erwähnt.
2) Anch mit dein Abgeordneten von Forckenbeck entwickelte sich eine KorrespondenzBismnrck's, jedoch mir in der Eigenschaft des elfteren als Oberbürgermeister von Berlin. Diebetr. Schreiben ä. ä. 20. April 1885 und 31. März 1885 finden sich abgedruckt in der „Vossi-schen Zeitung" vom 25. April 1885, Nr. 191, und „Neuen Prenß. (Kreuz-)Zeitung" vom 5. April1885 (im Berl. Zuschauer).
3) Eine Charakteristik des Fürsten Bismarck seitens des nationalliberalcn Reichstags-abgeordneten Theodor Brünings in einem Rechenschaftsbericht an seine Wühler findet manin der „Post" Nr. 215 vom 9. August 1895.