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3 (1896) 1879 - 1890
Entstehung
Seite
151
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1884

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Englands freundlich begrüßt tverden würde, und daß es uns infolge dieser Besitz-nahme sowie auch infolge der Besitznahme Kameruns keinerlei Schwierigkeitenmachen würde, so daß ein gemeinsames Vorgehen Deutschlands mit Englandmöglich gewesen wäre. Als aber das Gegenteil eingetreten sei, habe er sich mitFrankreich verständigen müssen, und deshalb sei es wichtig, bei dem Vorgehen inWestafrika und an andern Orten die Empfindlichkeiten Frankreichs zu schonen(siehe Weißbuch Seite 36, Nummer 9). Unmöglich könne Deutschland Kolonial-politik treiben, wenn es sowohl England als auch Frankreich zu Gegnern habe.— England habe jetzt „den Anschluß verfehlt", und deshalb sei die Verständigungmit Frankreich erfolgt.

Fürst Bismarck erwähnte bei dieser Gelegenheit einer Eingabe der HamburgerHandelskammer an das Auswärtige Amt, in welcher darauf hingewiesen war,daß bei den gerade damals ausgebrochenen Differenzen zwischen Frankreich undChina über verschiedene Häsen Chinas von Frankreich die Blockade verhängt,ohne daß diese Blockade effektiv geworden sei, was gegen die völkerrechtlichenAbmachungen verstoße. Die Handelskammer hatte darauf das Ersuchen an denReichskanzler gerichtet, bei Frankreich diesbezügliche Vorstellungen zu machen imInteresse der deutschen Schiffahrt in China. — Der Fürst sprach seine Ver-wunderung darüber ans, daß gerade die Hamburger Handelskammer eine derartigeEingabe habe machen können. Er könne sich nicht in die Angelegenheiten Frank-reichs einmischen; es würde daraus unter Umständen die Gefahr entstehen, daßfranzösische Kriegsschiffe die Elbe blockierten, das würde aber den Hamburgernteurer zu stehen kommen als der durch die Blockade in China entstehendeSchaden Ü.

Auf Ansuchen des Reichstagsabgeordneten Adolf Woermann erteilte FürstBismarck demselben im Lause des Winters 1884 eine Audienz in betreff derVorlage über die Dampfersnbvention. Woermann hielt es für richtiger, daß dieZweiglinie Brindisi-Alexandria nicht eingerichtet würde, sondern daß die Haupt-dampser nach Übernahme der Post von Brindisi direkt durch den Suezkanal nachOstasien und Australien gehen sollten. Der Fürst folgte indessen in dieser Hin-sicht den Vorschlägen des früheren Reichstagsabgeordneten, Präsidenten des Nord-deutschen Lloyd Hermann Heinrich Meier in Bremen.

In der Folge aber hat sich die erwähnte Zweiglinie doch als unhaltbarherausgestellt, und hat der Vertrag des Reiches mit dem Norddeutschen Lloydeine entsprechende Änderung erfahren.

Auf Veranlassung des Fürsten Bismarck wurde der ReichstagsabgeordneteAdolf Woermann auch zum volöAno achoint der Kongokonferenz ernannt; fernererwies der Fürst demselben die Ehre, ihn zu beauftragen, mit dem damaligen

>) Nach dieser Unterredung erfolgte Woermann's Wahl (im November 1884) in denReichstag. Im Laufe der ersten Session hatte derselbe mehrfach Gelegenheit, den Fürsten Bis-marck bei parlamentarischen Diners und Soireen zu sehen, ohne aber selbst in die nähereUnterhaltung des Kanzlers gezogen zu werden, abgesehen von dem Diner mit Stanley bei demFürste», wovon in Bd. I., S. 274 (der 2. Auflage) die Rede ist.