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3 (1896) 1879 - 1890
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1884

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Die Ablehnung dieses Postulats am 15. Dezember 1884 rief einen Sturmder Entrüstung in der Nation hervor. Aus Stuttgart ging folgende Adresse auden Fürsten Bismarck ab: Angesichts der feindseligen, das Vaterland schädigendenHaltung der Reichstagsmehrheit vom 15. d. M. fühlen wir uns gedrungen, Ew.Durchlaucht unser rückhaltsloses Vertrauen und den ehrfurchtsvollsten Dank fürdie energische Wahrung der deutschen Interessen auszudrücken. Möge dasdeutsche Volk, dessen Herz Ew. Durchlaucht gewonnen hat, den auf seine Größeund sein Wohl gerichteten Bestrebungen Ew. Durchlaucht künftig verständnisvollerund entschiedener Unterstützung gewähren!

Im Namen von 44 Mitgliedern der württembergischen Kammer der Ab-geordneten: W. Wolfs, Landtagsabgeordneter der Stadt Tübingen.

In einem Schreiben an Herrn von Laster in Berlin, ä. ä. 26. Dezember1884, äußerte Fürst Bismarck aus Anlaß des Reichstagsbeschlusses vom 15. De-zember 1884: die Deutschen im Auslande hätten augenscheinlich „ein wärmeresHerz für das Vaterland, als die Reichstagsfraktionen, welche die Mehrheit desVolkes zu vertreten glauben".

Und dem Abgeordneten von Beuda schrieb der Kanzler in Erwiderung auseine aus seinem Wahlkreise (Wanzleben) überreichte Adresse:

Ew. Hochwohlgeboren gefälliges Schreiben sowie die demselben beigefügteAdresse habe ich empfangen und bitte Sie, Ihren Wählern für diese Be-urkundung ihres Wohlwollens und Vertrauens meinen verbindlichsten Dankaussprechen zu wollen. Die große Zahl der Unterschriften unter der Adresseist ein erfreuliches Zeichen für die fortschreitende Erkenntnis der Gefahr, welchefür die Zukunft des Reichs in der Zersetzung unsrer Volksvertretung durch dieFraktionspolitik liegt, und darin finde ich die Ermutigung, im Kampfe gegendie feindliche Koalition verneinender Geister anszuharren.

von Bismarck.

In Bezug auf die kolonialen Fragen war es für den Kanzler von Wert,in dieser Legislatur-Periode in der Person des Reichstagsabgeordneten AdolfWoermannZ einen praktischen Sachverständigen zur Seite zu haben. Bereits am28. April 1884 hatte Bismarck eine Unterredung mit demselben, woran nochteilnahmen: Lüderitz, Dyes aus Bremen und der Geheime Legationsrat vonKnsserow, aus dessen Anregung die Unterredung arrangiert war. Der Fürstführte namentlich aus, daß das Deutsche Reich nicht französische Kolonialpolitiktreiben wolle; man könne nicht Kriegsschiffe aussenden, um überseeische Länderzu erobern, auch könne die deutsche Regierung nicht fremde Länder ohne weiteresin Besitz nehmen; dagegen solle der deutsche Kaufmann geschützt werden, wo

i) Adolf Wo ermann, Kaufmann (Chef der Firma C. Woermann, Hamburg), geborenden 10. Dezember 1847 zu Hamburg (evangelisch). 1868—1870 Reisen nach Asien undAmerika, 1871—72 zwei Reisen nach der Westküste Afrikas mit einjährigem Aufenthalt inLiberia. Mitglied der Handelskammer Hainburg, 1884 Vorsitzender derselben. Mitglied derBürgerschaft Hamburgs. Mitglied deS Reichstags (111. Wahlkreis Hamburg) seit 1884 bis1890. Nationalliberal.