Druckschrift 
3 (1896) 1879 - 1890
Entstehung
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139
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1882

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in deni Genannten einen Mann gefunden zn haben, welcher in der Lage undfroh bereit ist, die hohen Ziele der Regierung Sr. Majestät, besonders ans demGebiete der inneren Politik, zn fördern und zn stützen und die Ideale EuerDurchlaucht zum Besten der Nation verwirklichen zu Helsen."

Darauf erging (Ende September) die Antwort:

Ich danke für das freundliche Telegramm des Neuen Wahlvereins und werdemich freuen, wenn eine Kraft von der Bedeutung des Herrn Professors Wagner fürdie parlamentarische Vertretung der wirtschaftlichen Politik, welche die Negierungnach Maßgabe der Kaiserlichen Botschaft vom l 7. November verfolgt, gewonnenwerden kann.

von Bismarck.

Wagner war in der That eine wertvolle Unterstützung Bismarck's und essollen ihm die Worte nicht vergessen werden, welche er im August 1881 in Elber-feld sprach, um den Vorwurf zu entkräften, die Finanz- und Wirtschaftspolitikdes Reichskanzlers entbehre der wissenschaftlichen Begründung. In dieser Beziehungsagte Professor Wagner folgendes: Ich erlaube mir zunächst einige Worte im eigenenInteresse zu sagen, da ich sehr wohl weiß, daß diejenigen, welche, wie ich, alsTheoretiker die heutige Politik des Reichskanzler Fürsten Bismarck vertreten, sofortvon den Gegnern verdächtigt werden, aber wir Universitätslehrer haben schon längereingesehen, daß die Theorie des neuen Wirtschaftssystems, die Theorie der freienKonkurrenz, höchst einseitig ist, daß sie den Menschen durchaus nicht auffaßt, wie erist, mit allen seinen Schwächen und Vorzügen, sondern den Menschen viel zugünstig behandelt, indem sie voraussetzt, daß er überall ein bedeutendes Maß vonIntelligenz, Charakterstärke und Tüchtigkeit auch in körperlicher Beziehung dar-stellt, was einfach nicht der Fall ist. Wir Theoretiker aber haben gesucht, denMenschen zn nehmen, wie er sich in Wirklichkeit findet, realistisch,, mit allenseinen Schwächen und Vorzügen, und wir haben uns deshalb überzeugt, daß dieTheorie der freien Konkurrenz und die Praxis der freien Konkurrenz in dieserWeise nicht haltbar sind, wie sie in neuerer Zeit zur Geltung gekommen sind.Diese Ansichten, welche in der That von einem erheblichen Teil der deutschenwissenschaftlichen Männer vertreten werden, mögen angesochten werden — aberes sind doch nicht etwa Ansichten, die erst gestern aufgestellt worden sind, weilFürst Bismarck und andre mächtige Staatsmänner sie vertreten, es sind vielmehrAnsichten, die eine lange Zeit hindurch sehr unpopulär waren, und wegen derenwir ausgespottet wurden. Ich prätendiere durchaus nicht, bei Ihnen die Ansichtzu erwecken, daß wir paar Theoretiker es gewesen wären, die einen Mann, wieden Reichskanzler Fürsten Bismarck, bestimmt hätten; gewiß nicht, ein Mann, wieder Reichskanzler, hat ja auch nicht einmal die Zeit dafür, sich mit solchen theo-retischen Ansichten zu beschäftigen. Aber das spricht doch auch für seine Politik,daß, während wir Theoretiker von dem Boden der reinen Theorie aus ganz ähn-liche Tendenzen geltend gemacht haben, er aus einem ganz andern Wege zu seinenAnsichten, wie er sie vertritt, gekommen ist, und da wird man doch die alte