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3 (1896) 1879 - 1890
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126
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126 Die vierte Session der V. Legislatur-Periode des Reichstags

Ordens, begleitet von seinem Sohne, dem Grafen Herbert Bismarck, in Dragoner-Uniform, und seiner Tochter, der Gräfin Rantzau. Der Reichskanzler begrüßtein freundschaftlicher Weise die anwesenden Minister und hatte dann eine längereUnterredung mit dem russischen Botschafter Grafen Orloff.

Im Laufe der Festlichkeit wurde der Reichskanzler von dem russischen GenervlFürsten Dolgoronky, der des Fürsten Kürassier-Uniform bewunderte, gefragt, auswelchem Stoff seine weißen Unaussprechlichen bestünden; er antwortete: „Ils soni:cko P6AN."

Auf die Frage: „Trägt man solche auch im Kriege?" gab der eiserneKanzler zum größten Gandium der Umstehenden die diplomatische Antwort: „ckono sais pg,s, nous n 6 kaisons plus ils Auorrs!" (Ich weiß es nicht,wir führen keine Kriege mehr).

Am 16. Juni 1884 erschien Bismarck während der Beratung des Unfall-versicherungsgesetzes U um 1 Uhr im Reichstage und blieb bis zum Schluß derAbstimmung über § 1, welche um 4 Uhr erfolgte, im Hause anwesend. Um2 Uhr empfing der Reichskanzler in seinem im Reichstage befindlichen Amts-zimmer den persischen Gesandten, welcher in Begleitung seines Sohnes erschienenwar, zu einer längeren Konferenz. Darauf erschien der Kanzler wieder imSaale. Es blieb nicht unbemerkt, daß Fürst Bismarck sich vom Bundesratstischin die Reihen der Abgeordneten begab und sich längere Zeit mit dem Abgeord-neten Windthorst freundschaftlich unterhielt. Auch mit dem Abgeordneten Dietze-Barby sowie mit dem Herzog von Ratibor tauschte der Kanzler einen Hände-druck aus, ebenso hatte er mit Herrn von Levetzow eine längere Unterredung,welche sich auf die parlamentarische Geschäftslage bezogt).

Ich reihe auch an den Schluß dieses Abschnittes Auszüge aus Briefen an,welche Oberstaatsanwalt vr. Hartmann in Plauen über den Verlauf dieserSession in seine Heimat geschrieben hat.

h Fürst Bismarck soll, wie der „Berliner Börsen-Courier" mitteilte, sich einem Mitgliedsdes Bnndesrats gegenüber in mißfälliger Weise darüber geäußert haben, daß die beiden Hanpt-kvmmisstvnen des Reichstags — die Sozialistengesetz- und die Unfallversicherungs-Kommissionsich thatsüchlich geweigert haben, wenigstens während eines Teils der Osterferien an der Fort-beratung der ihnen überwiesenen Vorlagen zu arbeiten. In der Sozialistengesetz-Kommission —sei einzig der Wunsch des CentrumS maßgebend gewesen, ihn, den Reichskanzler, dilatorisch zubehandeln, was er zwar nicht billigen, aber doch verstehen könne. Die Unfallgcsetz-Kommissiondagegen habe ihrem eigenen, einstimmig gefaßten Beschluß zuwider gehandelt, welcher dahinging, die Panse in den Plenarsitzungen auszunützen. ,

2) Am 25. Znni 1884 erging auf das bei Gelegenheit des oberschwäbischen Parteitageszu Ulm von dem früheren Reichstagsabgeordneten Bürgermeister von Fischer ans Augsburgan Bismarck abgesandte Telegramm folgendes Schreiben an den Elfteren: Es hat mir zur beson-deren Freude gereicht, aus dem Telegramm vom 22. d. M. zu ersehen, daß die Bestrebungen derverbündeten Regierungen bei der Bevölkerung Ihrer gesegneten Heimat Anerkennung finden.Euer Hochwohlgeboren und allen an dem Telegramm beteiligten Herren danke ich verbindlich.

v. Bismarck.

2) Vergl. oben S. 94.