Druckschrift 
3 (1896) 1879 - 1890
Entstehung
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1881

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Friedrichsruh, den 3. Mai 1877.

Die freundlichen Worte, welche die Bürger Nennkirchens im Verein mitmeinen Freunden in Wiebelskirchen, Elversberg und Wellersweiler cm michgerichtet haben, sind mir eine aufrichtige Freude gewesen, und ich sage allenBeteiligten meinen herzlichsten Dank für diesen Beweis Ihres Wohlwollens.Ew. Hochwohlgeboren würden mich verbinden, wenn Sie für diese mich ehren-den Kundgebungen den Unterzeichneten meinen Dank gefälligst übermittelnwollen. von Bismarck.

Für die Beibehaltung der Eisenzölle ist Stumm im Reichstag energisch ein-getreten nicht aber bei Bismarck persönlich, um nicht in xroxrin eansa beiihm zu plädieren.

Die Agitation für die Einführung von Getreidezöllen rührt erst aus demJahre 1879 her; 1877 waren noch fast alle Steuer- und Wirtschaftsreformer Frei-händler. Bismarck sah aber bald ein, wohin der Freihandel führte, und sobald ereinmal den Entschluß gefaßt hatte, damit im Interesse der nationalen Wohlfahrt zubrechen, beriet er die Frage unter andern Sachverständigen natürlich auch mit Stumm.

Delbrück will ich Ihnen preisgeben. Greisen Sie die Regierung meinet-halben wegen ihrer Zollpolitik nur kräftig an."

Stumm wurde demnächst Mitglied der von Bismarck im Sommer 1878berufenen Enquete über die Lage der deutschen Eisenindustrie und that hier dasSeine, um die Geheimräte über die Lebensbedingnngen und die Wichtigkeit dieserIndustrie aufzuklären.

Als in Frage kam, auch den Amtsrat Dietze aus Barby als Sachverständigenzu vernehmen, wandte ein sreihäudlerisch gesinntes Mitglied der Kommission ein:Vom. Amtsrat Dietze weiß man nur, daß er ein Freund des Reichskanzlers ist."Stumm war über diese Äußerung indigniert, verlangte die Aufnahme derselbenin das Protokoll und erzählte sie seinen Freunden, wodurch sie auch zur KenntnisBismarü's kam, der den betreffenden Regierungsvertreter zur Rede stellte.

In der Arbeiterversicherungsfrage kann man Stumm geradezu den Vorläufer,um nicht zu sagen Vorkämpfer der Bismarck'schen Ideen nennen. Bereits beiBeratung der Gewerbeordnung im Jahre 1869 stellte Stumm einen Antragwegen Jnvalidenversorgung der Fabrikarbeiter, der aber unerledigt blieb. DerAntrag machte Stumm damals freilich im Detail wenig Mühe, denn er legtedemselben in der Hauptsache bloß die Bestimmung zu Gründe, wie sie fürdie Knappschaften bereits längst in Übung waren. Am 14. September 1878brachte Stumm im Reichstag den Antrag auf Einführung obligatorischer, nachdem Muster der bergmännischen Knappschaftskassen zu bildenden Jnvalideukassenfür alle Fabrikarbeiter ein. Da dieser Antrag unerledigt blieb, so erneuerteStumm denselben zuerst am 12. Februar 1879 (Nr. 16 der Drucksachen) ').Dieses Mal wurde der Antrag in der Kommission sehr eingehend beraten und

h Zn vergl. die stenographischen Verhandlungen der IV. Legislaturperiode, II. Session187V, S. 155, >81, 181. Der Kommissionsbericht findet sich als Drucksache Sir. 314.