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3 (1896) 1879 - 1890
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lind dessen Spruch sei doch wohl noch gewichtiger st. Auch den Anforderungenfür Erhöhung der Militärlost glaubte Graf Bismarck zustimmen zu müssen.Deutschland habe eine für Industrie ausgezeichnete eeutrale Lage, aber au seinenGrenzen starke Militärmächte, gegen die es stets gerüstet sein müßte. Washätte Deutschland im Anfang dieses Jahrhunderts unter der feindlichen Invasionnicht gelitten! Mit einem Appell an die gemäßigten Parteien schloß der Redner:die Fortschrittspartei und die ihr naheverwandten Sezessionisteu hätten noch1866 kurz vor Beginn des Krieges gesagt:Diesem Ministerium keinen Groschen,und wenn die Kroaten vor den Thoren von Berlin ständen!"

In der Nr. 276 derKölnischen Zeitung" vom 4. Oktober 1880 veröffent-lichte dieselbe folgende ihr zugegangene Zuschrift des Grafen Wilhelm von Bis-marck, Mitglied des Reichstags:

Friedrichsruh, den 2. Oktober.

In der Nummer 271 derKölnischen Zeitung" vom 29. v. M., welche mirerst heute zu Gesicht gekommen, ist einem von mir am 26. v. M. meinenWählern erstatteten Rechenschaftsberichte ein Artikel gewidmet, welchem eineirrtümliche Information zu Grunde liegt st. Ich bitte ergebenst um dessen Richtig-

') Aus Anlaß der von dem Reichstagsabgevrdnetcn Grafen Wilhelm Bismarck imReichstag eingebrachten Resolution, belr. die Beschränkung der Wechselfühigkeit, erließ FürstBismarck im Juni 1880 ein Rundschreiben an die Bundesregierungen, abgedrnckt in meineinWerkeFürst Bismarck als Volkswirt", Bd. 1., S. 285. Als Stichprobe, welche Sprache derAbgeordnete Eugen Richter gegen den Grafen Bismarck führte, führe ich folgendes an: InBarmen sagte er:Nicht nur, daß der Vater Bismarck Projekte macht, jetzt fängt der Sohnauch an (große Heiterkeit). Von ihm ist der Vorschlag zur Beschränkung der allgemeinenWechselfühigkeit ansgegangen, wodurch gerade der Kredit der kleinen Handwerker und Landwirteerschüttert wird. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamme, aber ein großer Mann hat auchnicht immer einen großen Sohn" (Heiterkeit). Bald nachher hielt der Abgeordnete EngenRichter in Erfurt im fortschrittlichen Vereine eine Rede gegen den Fürsten BiSmarck, den Minister11r. Lucius und den Grafen Wilhelm Bismarck, gegen deren Ton ein liberales Blatt, dieThüringische Zeitung", Protest einlegte. Als Kennzeichen dieses Tons mag bemerkt werden,daß nach derselben Zeitung der Abgeordnete Richter immer von dem jungen Grafen Bismarcksprach und zwischen den Worten jungen und Grafen eine Kunstpause machte, welche von demdes Redners würdigen Teil des Publikums belacht wurde.

2) Der betreffende Artikel lautete: Zn einer Rede, die der Reichstagsabgeordnete Graf Wil-helm Bismarck vor seinen Wählern in Mühlhausen gehalten, ist das Beachtenswerteste wohldie Stelle, worin er sich über die Steuerreform ausspricht. Graf Bismarck wies zwar dieVermutung zurück, daß infolge seiner persönlichen Verhältnisse seinen Mitteilungen ein offiziöserCharakter innewohne, alleingute Informationen" wird man ihm doch immer zntrauen dürfen.Der Redner meinte, hundert Millionen Mark neuer Steuern würden zur Erreichung des an-gestrebten Zieles der Entlastung an direkten Steuern noch nötig sein, und will diese Summein erster Linie durch die längst bekannten beiden Steuerprojekte aufbringen, die Stempelsteuer,die hinsichtlich der Börsengeschäfte noch etwas höhere Sätze als die der früheren Vorlage ver-tragen könne, und die Erhöhung der Brausteuer. Dagegen sprach sich Graf Bismarck überdie Erhöhung der Branntweinsteuer in einer Weise aus, die, wenn seine Ansichten mit denenves Reichskanzlers übereinstimmen, wenig Aussicht eröffnet, daß auch diese Steuer dem Reichs-tag vorgeschlagen werden soll. Der Redner meinte, der Branntwein sei jetzt schon unverhältnis-mäßig hoch besteuert; im Notfall könne man vielleicht später einmal auf das Projekt zurück-