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Ueber Physiognomik, wider die Physiognomen : zur Beförderung d. Menschenliebe u. Menschenkenntniß
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Küste verspüren. Und was ist ein Lichttheil-gcn, das auf die Netzhaut des Auges stößt,verglichen mit der Masse des Gehirns und sei«ner Aeste, anders? Dieses setzt unö oft in denStand, aus dem Nahen auf das Ferne zuschliesscn, aus dem Sichtbaren auf das Unsicht-bare , aus dem Gegenwärtigen auf das Ver-gangene und Künftige. So erzählen die Schnitteauf dem Boden eines zinnenen Tellers die Ge«schichte aller Mahlzeiten, denen er beygewohnthat, und eben so enthält die Form jedes Land-strichs , die Gestalt seiner Sandhügel und Fel-sen, mit natürlicher Schrift die Geschichte derErde, ja jeder abgerundete Kiesel, den dasWeltmeer auswirft, würde sie einer Seele er-zählen, die so an ihn angekettet würde, wiedie unsrige an unser Gehirn. Auch lag ver-muthlich das Schicksal Roms in dem Einge-weide des geschlachteten Thieres, aber der Be-trüger der es darin zu lesen vorgab, sah esnicht darin. Also wird ja wohl der innereMensch auf dem äusseren abgedruckt seyn? Aufdem Gesicht, von dem wir hier hauptsächlich re-den wollen, werden Zeichen und Spuren unse-rer Gedanken, Neigungen und Fähigkeiten an-V 5 ' zu-