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ist es ganz gleich, ob dieses oder jenes Bedürfnis; nnreingebildet sei; denn nnr allzu selten sind die Dingeim Leben, die nicht ganz oder größtcntheils in derEinbildung bestehen.
X6VI.
Ein redlicher Mensch wird im Lauf der Jahreleicht unempfindlich gegen Lob nnd Ehren, aber wohlniemals gegen Tadel und Verachtung, vielmehrwird ihm das Lob und die Achtung vieler trefflicherLeute nicht den Schmerz aufwicgcn, den ihm einMort oder eine Gobcrdc der Geringschätzung vonSeiten eines ganz nichtigen Menschen bereitet. Viel-leicht geht es den Ruchlosen umgekehrt; denn da siean den Tadel gewöhnt sind, an wahres Lob abernicht, werden sie gegen jenen unempfindlich sein, nichtaber gegen dieses, wenn sie cs zufällig einmal erfahrensollten.
XOVII.
Es klingt paradox, aber wer das Leben kennt, wirddie Wahrheit meiner Behauptung zngeben, daß dieMenschen, welche die Franzosen Originale nennen, nichtnnr nicht selten sind, sondern daß man eher sagen kann,nichts sei in der Gesellschaft seltener, als einen Men-schen zu finden, der wirklich nicht das sei, was inanein Original nennt. Ich spreche dabei nicht von den