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2 (1878) Leopardi's Weltanschauung. Geschichte des Menschengeschlechts. Gespräche. Gedanken
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sein, wie man glauben sollte, sanft, wohlwollend, guteKameraden, ja gute und sehr dienstfertige Freundesind. Da sie glauben, daß Jeder sie bewundere, solieben sie naturgemäß ihre vermeintlichen Bewundererund thun ihnen, was sic nur können, zu Gefallen,was sie auch ihrer vom Schicksal bevorzugten Stellungangemessen finden. Sie verkehren gern mit Menschen,weil sie glauben, die Welt sei von ihrem Namenerfüllt, und betragen sich human, indem sie sich inner-lich dafür loben, daß sie so leutselig seien und ihreGröße dem Zuschnitt der Kleinen anzupassen wüßten.Ich habe auch beobachtet, daß sie in demselben Maße,wie ihre Meinung von ihnen selbst sich steigert, auchan gütigem Wesen zunchmen. Schließlich nimmt dieUeberzeugung von ihrer eigenen Wichtigkeit und dereinstimmigen Anerkennung derselben von Seiten derMenschen ihren Umgangssormcn jede Schroffheit, daNiemand, der mit sich und den Menschen zufriedenist, ein schroffes Betragen hat; das gicbt ihnen einesolche Ruhe, daß sie zuweilen wirklich als bescheideneLeute erscheinen.

KXXXIX.

wer wenig mit Menschen umgeht, ist selten einNenschenhasser. wahrhafte Misanthropen findet inannicht in der Einsamkeit, sondern nur in der Welt; denndie praktische Lebenserfahrung, nicht die Philosophie,bringt es dahin, daß man die Menschen hassen lernt.