reichen kann. Darum lassen sie cs sich so angelegensein, dieses Aergerniß aus dem Wege zu räumen, daßman nur wenige Fälle kennt, wo Schurken, außeretwa ganz unbekannte Menschen, bei Unglück, das siegetroffen, sich nicht doch noch ganz erträglich heraus-gezogen hätten.
Im Gegensatz hierzu werden die Guten undEdlen, da sie sich von der großen Masse unterscheiden,von dieser wie Geschöpfe anderer Gattung betrachtet,und daher nicht allein nicht als Kameraden und Ge-fährten angesehen, sondern als hätten sie überhauptkeinen Theil an den Rechten der menschlichen Ge-sellschaft; als solche verfolgt man sie denn, wie manalle Tage sieht, mehr oder weniger heftig, je nachdemdie Niedrigkeit der Gesinnung und die Bösartigkeitder Zeit und des.Volkes, unter denen sie geradeleben, größer oder geringer sind. Denn wie in denKörpern der Thiere die Natur immer die Säfte undMaterien auszuscheiden strebt, die zu den Stoffen, ausdenen diese Körper selbst zusammengesetzt sind, nichtpassen, so sorgt dieselbe Natur auch in den Massen-ansammlnngen der Menschen dafür, daß, wer sichbeträchtlich vom Durchschnitt unterscheidet, zumal wenndieser Unterschied als eine Unannehmlichkeit empfun-den wird, mit aller Gewalt vernichtet oder verdrängtwerde. Auch pflegen die Guten und Edlen darumso verhaßt zu sein, weil sic gewöhnlich aufrichtig sindund die Dinge beim Namen nennen; ein verbrechen,das die Menschen nicht verzeihen, da sie nie so sehrDen hassen, der Böses thut, noch das Böse selbst, wieDen, der es beim Namen nennt. Demgemäß wird