Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
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Sertus Aurelitts Victor rc.

Dem Thevdosius gebührt das seltene Verdienst, daß er seitder in> Laufe der Zeit erfolgten Erweiterung seiner Herr-schermacht und insbesondere nach seinen Siegen im Innernsichtbar sich veredelte. Denn er wandte nicht nur größereSorgfalt auf die Anschaffung von Getreidevorräthen, sonderngab auch manchem ungeheure Summen von Gold und Sil-ber, welche ein Anmaßer weggenommen und ausgegebenhatte, aus seinem Lchahe zurück, während auch sonst gütigeFürsten nur eine» nackten Boden und verwüstete Landgüter,und dieß kaum znrückzugeben pflegten. Ich gehe nun aufminder wichtige, nicht jedem offen da liegende Punkte über,welche aber gerade, weil sie den Angen des Pnbliknms ent-zogen sind, das Interesse und die ünenschliche Wissbegierdeum so mehr in Anspruch nehmen. Thevdosius bewies seinemOheime eine Achtung, wie einem Vater, betrachtete dieKinder seines verstorbenen Bruders und seiner Schwester alsseine eigenen, und umfaßte seine Verwandten, mochten siees durch Geburt oder Heirath seyn, mit der Liebe einesVaters. Seine Mahle waren geschmackvoll und heiter, ohnemit großem Aufwands verknüpft zu seyn. Den Ton seinerUnterredung stimmte er nach dem Charakter der Person, ihrenBeschäftigungen und ihrem Range: in seiner Sprache ver-einigte er Würde mit Anmnth. Er war ein freundlicherVater und verträglicher Ehegatte. In körperlichen Uebnngensuchte er weder Genuß, noch überließ er sich ihnen bis zurErmüdung. Seine Erholung fand er meistens im Spazie-rengehen, wenn er von Geschäften frei war. Seine Gesund-heit erhielt er durch Mäßigkeit im Essen. So verschiedThevdosius im Friede» in seinem fünfzigsten Lebensjahre zuMediolannm und hintcrlicß beide Reiche seinen beiden Söh-nen Arcadins und Honorins in vollkommener Ruhe. SeinLeichnam wurde in demselben Jahre nach Constantinopel ge-bracht und daselbst beigesept.