Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
267
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Auszug aus der Kaisergeschichte. 267

solches Benehmen seinen Freunden gegenüber um so wenigeranffallen, da er sich auch über die Sticheleien der Sachwal-ter und den Troz der Philosophen hinwegsetzte.

Dieser Kaiser verlieh dem so lange erschöpften und er-matteten Reiche in kurzer Zeit wiederum Kraft. Vor allemandern suchte er, von der sehr richtigen Ansicht ausgehend,daß die meisten nur aus Furcht zu Werkzeugen der Schlech-tigkeit sich hergeben, die Gehnlfen der Tyrannei, wenn sieanders nicht zu weit in Gräueln gegangen waren, lieberauf einen bessern Weg zu leiten, als daß er sie mit Peintobten wollte. Sodann that er durch eine höchst zweckmäßigeGesetzgebung und das noch wirksamere Beispiel eigenen Lebensdem Verfalle der Sitten nicht ohne Erfolg Einhalt. Zwarwerfen einige Geschichtschreiber diesem Kaiser irrig vor, erhabe den Reizen des Geldes nicht widerstehen können: alleines ist allgemein bekannt, daß die Erschöpfung des Staats-schatzes und der Ruin mehrerer Städte es waren, welcheihn zu Einführung neuer, jedoch bald daraus wieder aufge-hobener Auflagen nöthigten. Nom, das wegen der Feucrs-drünste in früher» Zeiten und der vielen Trümmer einenhäßlichen Anblick gewährte, verschönerte er durch die ertheilteErlaubniß, daß jeder Lusttragende, wenn die Besitzer derHäuser nicht mehr lebten, bauen konnte, so wie er anch^oasCapitolium, den Tempel des Friedens nebst den Denkmalendes Claudius wiederherstellte und viele neue Gebäude auf-führte. In allen den Römern unterworfenen Ländern wur-den Städte wieder aufgebaut und verschönert, große Kunst-straßen angelegt und auf der flamiuischeu Straße Bergedurchbrochen und wegbar gemacht, welche Stelle gemeiniglich