266 Sextus Anrelius Victor.
geworfen wurden, die gemonische Treppe, wo er VcspaflansBruder Sabinns hatte tödten lassen, hinab und tvdtete ihnunter zahlreichen Stichen in seinem flebenundfünfzigsten Le-bensjahre.
Alle diese in kurzen Umrissen hier geschilderten Kaiser,namentlich die Regenten aus dem Hanse Casars, befassenwissenschaftliche Bildung und Beredsamkeit in einem so hohenGrade, daß, wenn sie nicht, mit Ausnahme des Augnstus,jegliche Grenze in dem Laster überschritten hätten, ihreVorzüge minder auffallende Fehler ohne Zweifel verdeckthaben würden.
9. Flavins Vespasianus.
Vespasianus regierte zehn Jahre. Dieser Kaiser besaßneben andern Vorzügen namentlich diesen, daß er Feind-schaften vergessen konnte. So wurde die Tochter seines Geg-ners Vitellins auf das Freigebigste von ihm ausgestattet undan einen sehr angesehenen Mann verheirathet. Das Unge-stüm seiner Freunde ertrug er ohne Unwillen und ihre Vor-würfe erwiederte er, wie er denn überhaupt voll Laune, war,mit Scherzreden. So wies er einst den Licinius Mncianus,unter dessen Mitwirkung er den Thron bestiegen hatte, undder.in dem Bewnßtseyn seiner Verdienste die dem Kaisergebührende Achtung bei Seite setzte, im Beiscyn eines drit-ten Freundes sehr gut mit den wenigen Worten zurecht:Du weißt, daß ich ein Mann bin. *) Indessen darf ein
Mucianiis war als ein Mann bekannt, der sich von ander»mißbrauche» lasse. Darauf nimmt Vespasianus Rücksicht,wenn er die-angeführten Worte gegen ihn gebraucht.