Kaisergeschichte. 233
Provinz Valeria — gewonnen, indem Galerins die dortigenUngeheuern Wälder ausrotten und dem Pclsosee *) einenAblauf in die Donau geben ließ. Galerins war fünf, Con-stantins nur ein Jahr Angnstns gewesen: die Cäsarwnrdehatten beide dreizehn Jahre bekleidet. Die Fähigkeiten, wo-mit die Natur diese Herrscher in reichlichem Maße bedachthatte, hätten ohne Widerrede ausgezeichnet genannt werdenkönnen, wenn dieselben, statt daß sie durch das Rauhe ihrerForm Anstoß gaben, durch wissenschaftliche Bildung geregeltgewesen wären. Ihr Beispiel lehrt, daß wissenschaftlicheBildung, seiner Anstand und besonders ein herablassendesBetragen, unentbehrliche Eigenschaften für eine» Fürstensind, Eigenschaften, welche dem Pcrscrkvnig Cyrns nnsterb-lichen Ruhm erworben haben, und daß dagegen das Talent,wenn es von ihnen entblöst ist, als reizlos erscheint, ja so-gar als znrückstoßend verachtet wird. Solche Eigenschaftenwaren cs, wegen welcher zu unserer Zeit den Constantin,der gleichwohl noch durch andere Vorzüge glänzte, der all-gemeine Beifall bis zu den Sternen erhob. Hätte dieser Fürstseine Prachtliebe und seinen Ehrgeiz zu beschränken verstan-den und überhaupt eine Handlungsweise vermieden, beiwelcher namentlich kräftige Geister, durch Ruhmsucht ver-führt, die Grenzen überschreiten und das Gegentheil des
P Man hält ihn für den Balaton - oder Plattensee undglaubt, Galerius habe ihn durch den Kanal, wo jetzt derSio sich befindet und welcher Kanal bei Simouytornpa indie in die Donau fallend« Sarvitz cimnundet, mit der Do-na» !>I Verbindung gesetzt. S. topographisch-statistischesArchiv für das Königreich Ungarn von CsaplowicL S. 128.