Druckschrift 
2 (1837)
Entstehung
Seite
153
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1.55

Kaisergeschichte.

Geschlechte der Snlpieier. Nach seinem Einzuge in Romhätte man glauben können, er sey als Beschützer der Zügel-losigkeit oder selbst der Grausamkeit erschienen, überall nichtsals Raub, Plünderung, Bedrückungen, grässliche Verhee-rungen und Schändungen. Solche Vorgänge steigerten dieErbitterung gegen ihn denn großer» Haß zieht sich derjenigezu, von dem man ein mildes Betragen erwartet hat undals übcrdicß sein übertriebener Gcldgeiz das Interesse derSoldaten schmälerte, wurde er auf Anstiften Otho's ge-tvdtct. Dieser konnte es nicht verschmerzen , daß Galba denPiso ihm in der Adoption vorgezogen; er reizte daher dieKohorten auf und führte sie bewaffnet auf das Forum. WieEalba gepanzert demselben zueilke, NM den Aufruhr zustillen, wurde er am curtischen See ") getödtct, nachdem erseine Regierung ans sieben Monate und eben so viele Tagegebracht hatte.

7. Salvius Otho.

So bemächtigte sich Salvins Otho, kaum aus demJünglingsalter getreten, der Obergewalt. Sein Charakterwar schon früher bekannt und sein vertrantes Verhältniß zuNero halte ihm eben keine Ehre gebracht. Seine Regierungbegreift nur fünfnndachtzig Tage in sich. Er wurde von Vi-tellins, welcher ans Gallien herabgekommcn war, bei Veronageschlagen und gab sich selbst den Tod.

Sin heiliger cingeschlossener Play mitten ans dem Forumzu Rom, wo ehedem nach der Sage der die Pest ausban-chendc Schlund gewesen, in den sich der patriotische Curtiusgestürzt hatte.