150 Sextus Aurelins Victor. f
Schändlichkciten, daß schon die Erwähnung, es bade über-haupt einen solchen Menschen, geschweige vollends auf demThrone, gegeben, Schaam und Ekel erregen muß. Hatte >
er den ersten Schritt dieser Art damit gethan, daß er nach !
Griechischer Sitte in öffentlichen Versammlungen um den zPreis eines Kranzes zu der Cither sang, so ging er in derFolge so weit, daß er weder seiner eigenen, noch fremder iKeuschheit schonte und zuletzt mit dem Hochzeitgewande einerBraut angcthan sich dem Senate verstellte, sich eine Hoch-zeitgabe reichen ließ und unter den gewöhnlichen Feierlich-keiten an eine» der unzüchtigsten Menschen sich vermählte.
Doch dieß ist noch wenig, wenn von den Greueln eines Nerodie Rede ist. Ließ er doch Menschen beiderlei Geschlechts,verurtheilten Verbrechern gleich, an einen Pfahl binden undweidete sich, mit einem Thierfelle bedeckt,, an dem Anblickeihrer Schaanithcile, eine Neugierde, deren Schändlichkeitdurch ihre Befriedigung an Personen des eigenen Geschlechtsnoch erhöht wird. Ja, mehrere Schriftsteller wissen voneinem strafbaren Verhältnisse zwischen Mutter und Sohn zuerzählen, indem sie aus Herrschsucht ihn, gleichviel durchwelchen Gräuel, nur von sich abhängig zu machen suchte.Andere widersprechen zwar dieser Nachricht, allein mir er-scheint sie vollkommen glaublich. Denn hat einmal das Lasterder Seele des Menschen sich bemächtigt, so beschränkt es sichkeineswegs ans die Befriedigung der gewöhnlichen, in derGesellschaft erlaubten Genüsse, *) sondern ist immerfort nach
*) Diese verdorbene Stell« haben wir nach den VerbesserungenArntzens überseht. Wir wagen noch einen andern Versuch