Kaisergeschi'chte. 147
er sich hingab, sich auf Abwege hatte fortreißen lassen, sosah man nicht blvs die gewöhnlichen Scenen der Tyrannei,sondern Handlungen, wie sie nur die verworfenste Klasse vonWeibern und Sclaven bei einem geistesschwachen Gattenund Herrn sich erlauben konnte. Hatte Meffalina anfangsoft und viel, wie wenn fle dazu das Recht hätte, ehebreche-rische Verbindungen eingegangen, wodurch fle Viele, welcheaus Charakter oder Furcht ihr nicht zu Willen waren, sammtihrer Familie in daS Verderben stürzte, indem sie mit dem-gewvhnlichcn Weiberkunsgriffe ihre Tugend von denjenigenfür bedroht erklärte, welche sie z» verfuhren gesucht hatte:so gab sie später, von noch heftigerer Leidenschaft entbrannt,eine Anzahl der edelsten Römischen Frauen und Jungfrauengleich öffentlichen Dirnen neben sich selbst preiS, welchemSchauspiel die verheirathcten Männer beiwohnen mußten. Wersich dessen weigerte, gegen dessen Person und Familie wurdeunter angeschuldigten Verbrechen grausam verfahren. ES warnämlich ClandinS, wie ich oben bemerkt habe, von Natur höchstfurchtsam, daher ihn denn seine Umgebungen durch vorge-halteue Schreckbilder, namentlich von Verschwörungen, der-gestalt zu beunruhigen wußten, daß seine Freigelassenen durchdieses Mittel, wen sie nur wollten, in daS Verderbe» stür-zen konnten. Anfangs waren diese Hand in Hand mitMeffalina auf dem Pfad der Schlechtigkeit gewandelt: so-bald aber ihr eigener Einfluß dem ihrer Gebieterin dasGleichgewicht hielt, ließen sie dieselbe ohne Wissen ihresHerrn, doch wie auf einen angeblichen Befehl desselben, durcheinige Leibwächter nmbringen. Freilich war Meffalina so
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