Kaisergeschichte. 148
ersticken, allein als heftige Unrnhen die Stadt und alleStände zu zerrütten drohten, so fügte sich Alles wie aufeinen Machtbefehl. So befestigte sich zu Rom die monar-chische Gewalt und augenscheinlicher als je zeigte es sich, daßjegliches menschliche Beginnen, dem das Glück seinen Bei-stand versagt, eitel und erfolglos ist.
4. Claudius.
Claudius war zwar ein verächtlicher Selave der Genüssedes Gaumens, welcher mit Blödsinn und GedächtnißschwächeFurchtsamkeit und Feigheit verband, aber eben diese letzter»Eigenschaften waren die Quelle mancher trefflichen Maß-regel, die er nahm, wobei er sich hanptsächlich von denNathscblägeu des von ihm aus Furcht sehr berücksichtigtenSenats leiten ließ. Denn die Handlungen der Schwachköpfetragen gewöhnlich den Charakter ihrer Rathgebcr an sich.So that Claudius, beratheu von weisen Männern, derSitteulosigkeit Einhalt, unterdrückte de» berüchtigten Aber-glauben der Druiden *) in Gallien, traf manche zweckmäßige
einigkeit der Parteien zu keinem Schluffe kommen konnte,das häufig versammelte Volk aber einen Monarchen undihn namentlich verlangte, so ließ er sich von dem versam-melten Heere huldige» und versprach, der erste der Römi-schen Kaiser, der den Thron erkaufte, jedem Soldaten15000 Sestertien (etwas über 700 Reichsthlr.).
") Die Priester der alten Gallier. Claudius suchte unter demscheinbaren Vorwände, die Menschenopfer abzuschaffen, ihregefährliche Macht zu unterdrücken. Die Priester selbst, ihreGötter und ihre Altäre bestanden bis zur völligen Zerstö-rung des Heidenthums.
Victor. 2s Bdchn.
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