L44 Scxtus Slurelius Victor.
Verwandtschaft angestellt wurde, fand ans Zufall ein Sol-dat von den die wichtigsten Punkte des Palastes besetzt hal-tenden Kohorten, ein Epirote von Geburt, den LiberinsClaudius in einem garstigen Schlupfwinkel versteckt, zog ihnhervor und rief seinen Kameraden zu, wenn sie klug seyen,so hätten sie hier einen Fürsten. Und wirklich schien dieserClaudius wegen seiner Geistesschwäche in den Augen derminder tief Blickenden einen sehr sanften Charakter zu be-sitzen. Sie war es gewesen, welche ihn gegen die Gransam-keit seines Oheims Nerv, so wie vor der Eifersucht seinesNeffen Calignla geschützt und ihm sogar beim Volke undHeere Theilnahme gewonnen hatte, da die Verachtung, inwelcher er während der wüthenden Tyrannei seiner Anver-wandten lebte, ihn nur um so mehr zu einem Gegenständedes Mitleids machte. Unter häufigen Bemerkungen dieserArt umgeben ihn plötzlich, ohne das; Jemand widersprochenhätte, die anwesenden Soldatenhaufen, zu gleicher Zeitströmten die übrigen und eine große Menge Volks herbei.Der Senat suchte zwar, als er Nachricht von dem Unterneh-men erhielt, dasselbe durch Abgesandte *) in der Geburt zu
Nach Suetow ließen die Konsuln, welche mit dem Senatunter Bedeckung der Stadtkohorten den Markt und dasCapitol beseht hatten, um die republikanische Freiheit wie-der zu behaupten, den Claudius, welcher von den Soldatenin das Lager gebracht worden war, durch einen Volkstri-bun ersuchen in die Kurie zu kommen und mit zu rathen,was bei den jetzigen Umständen zu thun wäre. Allein Clau-dius liest ihnen sagen, daß er mit Gewalt znrückgehaltenwerde. Da indessen der Senat mit Ausführung seinesPlans zu lange zauderte und wegen Unthätigkeit und Uns